Erstellungsdatum: 26/01/2004 letzte Änderung: 30/01/2004



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Bericht des CF-ler´s Willem Brinkert - Teil 2


Erst einmal ein schönes, gutes und neues Jahr an alle Leser!

Also, seit meinem ersten Artikel ist eine Menge passiert. Als ich den letzten Bericht geschrieben habe, war ich noch auf der Universität in Faro und habe dort Elektrotechnik studiert. Nebenbei habe ich in noch an einer Hotel-Bar gearbeitet.

Nun, seit dem ist wirklich viel passiert. Ich wohne zur Zeit nicht mehr an der Algarve. Ich studiere auch nicht mehr in Faro. Ich arbeite auch nicht mehr an einer Hotel-Bar. Das ganze passierte so....... während ich tagein tagaus in der Uni war, fand ich es immer langweiliger. Besonders deswegen weil ich nicht mehr Informatik studierte (wie in Lissabon studiert) - aber aufgrund der schlechten Luft dort nicht weiter gemacht habe. Ich war also etwas sehr entmutigt. Ich wußte nicht mehr, was ich tun sollte.

Dann, an dem ersten Montag im März dieses Jahres, als ich in der Uni war, sagte ein Freund zu mir, daß er ein sehr nettes Mädchen kennengelernt hatte. Er wußte aber nicht viel über sie. Er wußte nur, daß sie eine Austauschschülerin aus Österreich war und mit vier anderen Mädchen unterwegs war. Er sagte noch, daß er alle Mädchen eingeladen hatte, um auf einer der Inseln vor der Algarve das Wochenende zu verbringen. Da wir sehr gute Freunde sind und wir öfters schon am Wochenende unterwegs waren (ich glaube auch das es daran lag, daß ich nicht schlecht in der Küche bin - sprich etwas koche was auch schmeckt), hat er mich auch eingeladen. So war es, daß ich die Stefanie aus Österreich kennengelernt habe.


In den Osterferien haben wir gemeinsam - mein Freund, die fünf Mädchen und ich - mit zwei Autos eine Tour gemacht. An der Algarveküste entlang Richtung Westen, dann weiter an der Westküste entlang Richtung Norden.


Weiter ging die Fahrt nach Lissabon, Caiscais und weiter nach Cabo da Roca dem westlichsten Ort vom europäischen Festland. Wir haben unterwegs immer in Jugendherbergen übernachtet. Ich hatte mein kleines portables Inhaliergerät mit. Alles hat gut geklappt. Mit der Zeit habe ich mich immer besser mit Stefanie verstanden. Naja, wir haben uns ineinnander verliebt.


Nach insgesammt drei Monaten ist sie dann wieder nach Salzburg zurück. Es war kein leichter Abschied.

Da war ich dann wieder alleine. Das war nicht schön. Sie war auch allein. Wir haben uns sehr vermisst. Wir haben uns über das Internet sehr gut verständigen können. Ich hatte dann bald schon meine Sommerferien. Alle Examen hatte ich gemacht und war fertig, um mal wieder nach Deutschland zu gehen wegen meiner jährlichen i.v.-Therapie. Stefanie hat mir dann erzählt, daß sie mich gerne dort besuchen würde. Nun, ich bin dann Mitte Juli mit meinem Vater in einem VW Golf II nach Deutschland gefahren. Unterwegs haben wir eine Rast gemacht. In Charite an der Loire haben wir etwa vier Stunden einfach an der Loire im Gras in unseren Schlafsäcken entspannt. Als ich dann in Deutschland war, bin ich gleich ins Krankenhaus (Ruhrlandklinik Essen) gegangen. Als dann eine Woche endlich vorrüber war (in der Zeit hat mich Udo besucht) kam endlich Stefanie an. Ich habe sie in aller früh vom Bahnhof in Essen abgeholt. Wir waren ueberglücklich uns endlich wieder zu sehen. Die zweite Woche i.v ist dann wie im Fluge vorrüber gegangen. Wir haben in der Zeit gemeinsam Udo & Anne in Wuppertal besucht.


Sie haben uns dann die Stadt gemeinsam gezeigt. Wir sind Schwebebahn gefahren und wir waren dann noch gemeinsam einen Döner essen.

Irgendwann in der Woche wurde die Idee, daß ich doch den Sommer in Salzburg verbringen könnte, konkreter. Nun, das ist dann nach einiger Zeit überlegen in die Tat umgesetzt worden. Da ich ja jeden Sommer gerne arbeite, habe ich natürlich auch in Salzburg gearbeitet. Auf der Festung Hohensalzburg habe ich den ganzen August lang Führungen gemacht.


In der Zeit haben wir zusammen gewohnt, und wir kamen sehr gut zurecht. Ich habe mir in diesem Monat in Salzburg die ganze Stadt angeschaut und auch die Umgebung. Es war richtig schön. Auch die Universität habe ich mir in Salzburg angesehen. Die hatten tatsächlich ein super Informatik-Studium im Angebot. Das war der Moment, wo ich richtig ins Überlegen geraten bin. Ich wollte einerseits ein Studium machen, was mir Spaß macht, andererseits wollte (will ich immer noch) mit Stefanie zusammen sein.


Stefanie und ich haben ganz viel geredet. Da gab es auch viel zu bereden: Wie würden wir das finanzieren? Wo würden wir leben? Wie würden wir es auf Dauer miteinander aushalten (wir hatten bis dahin zusammen insgesammt vier Monate verbracht, mit einer sieben wöchigen Unterbrechung)? Würde ich auf der Uni in Salzburg angenommen werden? Wie würde es mir in Salzburg mit meiner Mukoviszidose gehen? Wie würden unsere Eltern darauf reagieren?

Nun, wir haben mit der Zeit alle Fragen aus dem Weg räumen können, und ich bin dann nach einem zweiwöchigen Aufenthalt in Portugal wieder zurück nach Salzburg zurück gegangen. Mit einer Menge Gepäck! Nun bin ich hier in Salzburg und studiere angewandte Informatik und arbeite nebenbei bei dem Österreichischen Wachdienst.


Das bedeutet, daß ich weiterhin Führungen auf der Festung mache, aber auch, daß ich in der Salzburger Arena immer wieder bei den Konzerten dabei bin. Meistens im Bereich der Bühne, um das Publikum davon abzuhalten, diese zu stürmen. Da ich nun nicht mehr den Strand in der unmittelbaren Nähe habe, gehe ich halt in den Bergen wandern. Ich gehe auch regelmäßig ins Schwimmbad, um meine Bahnen zu schwimmen. Zur Uni fahre ich mit dem Rad. Ich werde also nicht einrosten!

Weiterhin mache ich meine Therapie wie gehabt:

Crateagus: morgens 2 Tabletten und abends 2 Tabletten, immer vor dem Essen;
Inhalieren mit Salbutanol und Gernebcin morgens und abends;
Vitamin E (Evit 400): 1 Tablette in der Früh;
Vitamin D (Vigantoletten): 1 Tablette in der Früh;
Magnesium: 1 mal in der Früh;
Calcium: 1 mal in der Früh;
Zithromax 250mg: 1 Tablette in der Früh;

Ich nehme seit etwa zwei Jahren keine Kreon mehr und habe trotzdem ein sehr gutes Gewicht (65 kg). Noch bei meinen Eltern in Portugal lebend, haben wir die Therapie auf Crataegus umgestellt. Dies geschah mit der Hilfe und Unterstützung von Frau Dr. Eva-Maria Eigel in München. Sie versorgte meine Eltern mit den nötigen Informationen rund um Crataegus.


Hier ein Brief meiner Mutter aus dem Jahr 2000, der an Frau Dr. Eigel in München gerichtet war.

Sehr geehrte Frau Dr. Eigel !

zunächst möchte ich mich nochmals herzlich bedanken für alle telefonische Beratung in Bezug auf die Crataegus Behandlung unsere Sohnes Willem, der Mukoviszidose hat.

Ich möchte einen kurzen Erfahrungsbericht schicken. Willem geb. im Jahr 1982, 1984 Diagnose Mukoviszidose. "normale" schulmedizinische Therapie, Kreon, Fluimucil, Antibiotika.
Bronchitiden, beg. Pneumonien ca. 3 mal. 1989 Umzug an die Algarve, 3 km vom Strand. Durch das positive Klima weniger Probleme. Herbst 1998 Pseudomonas im Sputum. Inhalation mit Gernebcin 80 mg 2 mal täglich. Sommer 1999 die 1. i.v. in Oldenburg, danach 5 kg abgenommen und 4 Wochen später wieder Pseudomonas im Sputum. Anfang September 99 Bronchitis, Fieber, 2 Wochen Ciprobay 500. 16.September Beginn Hypesicum Tee, danach Umstellung nach Plan. 26.September Beginn Lavendel Inhalation. Anfang Oktober können wir deutlich erkennen, daß Willem weniger hustet. Mitte Oktober: bisher hatte Willem 5-6 Kapseln Kreon 25.000 genommen, er beginnt mit der Umstellung (siehe Absatz unter dem Brief in Fettdruck) auf 10.000er. Mitte November ist Willem stark erkältet mit Husten, der nach 2 Tagen locker wird, nach 1 Woche überstanden ist.

Seit der Umstellung nimmt Willem 2*2 Tabletten Crataegus Weleda, täglich 3-4 Kreon 10.000, inhaliert mit Lavendel 1 mal täglich. Er hat zugenommen, hustet wenig, fühlt sich gut. Wir würden die Therapie gerne homöopatisch ergänzen und hoffen, dass wir im Sommer nach München kommen können.

Seit Jahren hat Willem immer wieder Rückenschmerzen im unteren Rücken. Hüfte, Bein, abwechselnd rechts und links. Er kann sich dann nicht bücken, die Treppe schwierig hinuntergehen, manchmal kaum laufen. Er kann inzwischen krankengymnastisch erfolgreich behandelt werden. Manchmal (1-2 mal jährlich) hat Willem entweder rechts aussen am Fuß oder links eine Beule etwa 2 cm Durchmesser, die sehr schmerzhaft ist, nach 2 Wochen nicht mehr schmerzhaft und sich dann langsam zurückbildet, bisher ursächlich unklar.

Willem ist ein guter Schüler, hat Freunde, nächstes Jahr Abitur, möchte Informatik oder Aeronautic studieren. Sein Berufswunsch Pilot ist wegen Mukoviszidose nicht möglich. Er hat einen gesunden Bruder (16 Jahre) und eine gesunde Schwester (23 Jahre).

Nun danke ich Ihnen und grüße Sie herzlich im Namen meiner Familie

Emma Brinkert





Erläuterung zur Umstellung von Kreon auf Crataegus:

Hier an dieser Stelle noch einige wichtige Informationen die meine Umstellung von Kreon auf Crataegus betreffen. Die Umstellung war eigentlich sehr einfach. Ich habe zwei Wochen lang jeden Morgen und jeden Abend eine Tasse Weissdorntee getrunken. Kreon habe ich dabei nach Bedarf reduziert. Im folgenden Schritt habe ich zusätzlich jeden Morgen und Abend eine Tablette Crataegus genommen, und zeitgleich auf die Konsistenz meines Stuhles geachtet. Sehr schnell habe ich dann bei den Mahlzeiten am Morgen und am Abend aufgehört Kreon einzunehmen. Nach etwa einem Monat habe ich dann zwei Tabletten Crataegus Morgens und Abends genommen, und kein Weissdorntee mehr getrunken. in dieser Zeit brauchte ich schon gar keine Kreon mehr. Vor der Umstellung habe ich etwa 55 Kg gewogen. Hinterher brachte ich 59 Kilogramm auf die Waage und war sehr froh. Heute wiege ich bereits ca. 63 Kilogramm und mir geht es richtig gut!


Seit fast drei Jahren bin ich ohne Pseudemonas, deswegen achte ich stark auf die Therapie, besonders darauf, daß meine Lunge sich nicht einen Infekt einfängt. Sobald ich merke, daß irgend ein Infekt was von mir will, nehme ich morgens und abends jeweils 20 Tropfen Umckaloabo (flüssiger Extrakt der afrikanischen Wurzel Umckaloabo).


Das wirkt sehr gut auf die Lunge, und im allgemein wie ein leichtes Antibiotikum, nur es halt keines ist. Umckaloabo ist sehr immunstärkend.

Ich werde aber trotzdem auf Portugal nie verzichten können - im Februar bin ich wieder dort, auch wenn es nur für 2 Wochen ist. Dann aber schon wieder in den Osterferien....

Naja, so kann sich das Leben drehen und wenden ;-)

Herzlichst Euer Willem Brinkert