Erstellungsdatum: 09/05/2004 letzte Änderung: --/--/2004



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Wie stoppt man die Übertragung von Krankheitserregern?

Mit Cystischer Fibrose (CF) zu leben oder ein Kind mit CF großzuziehen bedeutet manchmal eine schwere Belastung für den täglichen Tagesablauf.

Die Gabe von Medikamenten und die Therapie kosten viel Zeit, aber sie verhelfen Ihnen bzw. Ihrem Kind zu besserer Gesundheit. Man kann jedoch darüber hinaus mit ein paar einfachen Maßnahmen das Risiko vermindern, dass man Krankheitserreger (Bakterien oder Viren) einfängt, die Infektionen verursachen können. Diese Broschüre zeigt Ihnen, wie Menschen mit CF die Übertragung von Bakterien stoppen können, um den bestmöglichen Gesundheitszustand aufrechtzuerhalten. Wie bei jeder gesundheitsbezogenen Information sollten Sie auch über diese Ratschläge unbedingt mit Ihrem CF-Team sprechen, um entscheiden zu können, was für Sie bzw. Ihr Kind das Beste ist.

Saubere Hände sind wichtig!

Eins der besten Mittel, mit denen man das Einfangen oder Weiterreichen von Krankheitserregern stoppen kann, ist die Händehygiene, also das Säubern der Hände. Reinigen Sie Ihre Hände häufig, und jedenfalls immer dann, wen Sie etwas berührt haben, das in Kontakt war mit Schleimhautoberflächen, Sputum oder Schleim.

Regeln für die Gelegenheiten, bei denen man die Hände reinigen soll:

1. Nach dem Husten oder dem Niesen.
2. Nach dem Naseputzen.
3. Vor dem Essen.
4. Nach der Toilettenbenutzung.
5. Vor und nach der Inhalation.
6. Vor und nach der Physiotherapie.
7. Vor der Einnahme von Medikamenten.

Zur Reinigung der Hände gibt es zwei Möglichkeiten: Die erste ist das Waschen mit Wasser und Seife. Um deutlich zu machen, wie unter hygienischen Aspekten Hände "richtig" gewaschen werden, folgen einige Hinweise dafür:

Regeln für das wirkungsvolle Händewaschen:

1. Die Hände mit warmem Wasser anfeuchten.

2. Seife auftragen. Flüssige, antibakterielle Seife ist am besten geeignet.

3. Hände reiben, um die Seife aufzuschäumen.

4. Hände gründlich reiben, innen und außen, bis zum Handgelenk, auch zwischen den Fingern. Auch die Nagelränder sollen gereinigt werden. Dies sollte insgesamt mindestens 15 Sekunden dauern.

5. Unter laufendem warmem Wasser abspülen.

6. Ein sauberes Handtuch benutzen, um die Hände abzutrocknen. Am besten dafür geeignet sind Papiertücher.

7. Mit dem benutzten Papiertuch den Wasserhahn zudrehen.

Die zweite Möglichkeit zur Reinigung der Hände ist die Benutzung eines Handgels auf alkoholischer Grundlage. Sie entfernen Bakterien wirksamer von den Händen als Wasser und Seife. Um zu entscheiden, welche der beiden Möglichkeiten man anwenden sollte, kann man die folgende Regel benutzen: Wenn man sichtbar oder spürbar Schmutz oder andere Substanzen an den Händen hat, wäscht man mit Wasser und Seife, andernfalls benutzt man das Handgel. Man sollte das Handgel immer bei sich haben, um es vor dem Essen und nach dem Naseputzen, Niesen oder Händeschütteln verwenden zu können.

Die Reinigung der Inhalations- und Atemtherapiegeräte

Krankheitserreger können auf die Oberflächen von Atemtherapiegeräte gelangen und Infektionen der Atemwege verursachen. Säubern und desinfizieren Sie alle Teile derjenigen Geräte, die für Inhalationen oder Atemwegstherapie benutzt werden nach den Anweisungen des Herstellers! Es ist von größter Wichtigkeit, dass Geräte, die in Kontakt waren mit Schleimhaut, Sputum oder Schleim, gesäubert und desinfiziert werden, wie zum Beispiel Vernebler.

Wie sollte man vorgehen bei der Reinigung und Desinfektion des Verneblers?

1. Hände reinigen.

2. Die Einzelteile des Verneblers reinigen.

Die Einzelteile des Verneblers sollen nicht desinfiziert werden, bevor sie gereinigt wurden. Man wäscht mit Hilfe eines frischen Papiertuches die Innen- und die Außenseite der Teile mit flüssigem Geschirrspülmittel und heißem Wasser. Dabei muss man vorsichtig sein, um keine Schäden zu verursachen. Das Papiertuch wird weggeworfen, danach werden die Verneblerteile mit Wasser nachgespült. Man sollte den Vernebler unbedingt direkt nach der Benutzung reinigen, damit Medikamente und schmierige Reste nicht antrocknen können. Wenn das passiert ist, wird es schwierig, diese angetrockneten Reste wieder zu beseitigen. Man kann die Einzelteile des Verneblers auch in einer Geschirrspülmaschine reinigen, wenn der Hersteller des Verneblers dies in der Bedienungsanleitung vorsieht.

3. Die Einzelteile des Verneblers desinfizieren.
Essig ist dafür nicht geeignet, da nicht alle CF-typischen Krankheitserreger durch Essig abgetötet werden. Je nach den Möglichkeiten, die der Hersteller in der Bedienungsanleitung vorsieht, kann man eine der folgenden wirksamen Methoden zur Desinfektion anwenden:

- 5 Minuten lang in siedendes (das ist sprudelnd kochendes) Wasser einlegen.

- 5 Minuten lang in siedendes Wasser in der Mikrowelle einlegen.

- In einen Geschirrspüler legen, in dem das Wasser mindestens 30 Minuten lang heißer ist als 70°C.

- 3 Minuten lang in eine Lösung von einem Teil Haushaltsbleichmittel und 50 Teilen Wasser einlegen.

- 5 Minuten lang in 70%igen Isopropylalkohol einlegen.

- 30 Minuten lang in 3%ige Wasserstoffperoxidlösung einlegen.

Am besten sprechen Sie mit dem CF-Team in der Ambulanz darüber, welche Methode für Sie am besten geeignet wäre. Sie sollten auch die Bedienungsanleitung des Herstellers lesen, um zu herauszufinden, welche von diesen Methoden für Ihren Vernebler optimal ist. Benutzen Sie keinen Vernebler, der sich nicht mit einer dieser Methode desinfizieren lässt!

4. Die Vernebler-Teile spülen.

Wenn man mit Haushaltsbleichmittel, Isopropylalkohol oder Wasserstoffperoxidlösung desinfiziert hat, muss man anschließend alle Teile gründlich abspülen. Für den letzten Spülvorgang sollten Sie nicht Leitungswasser, Wasser aus handelsüblichen Wasserflaschen oder destilliertes Wasser benutzen! Verwenden Sie dazu Wasser, das Sie selbst sterilisiert haben, indem sie es 5 Minuten lang haben sprudelnd kochen lassen, und schütten Sie das Wasser danach weg!

Ein wichtiger Hinweis zur Reduzierung des Zeitbedarfs:

Wenn Sie die Verneblerteile durch Auskochen desinfizieren, brauchen Sie sie anschließend nicht zu spülen. Insofern empfiehlt sich diese Methode als die zeitsparendste. Lesen Sie die Bedienungsanleitung Ihres Verneblers, um herauszufinden, ob Ihr Vernebler in kochendem Wasser desinfiziert werden darf!

5. Lassen Sie die Verneblerteile an der Luft trocknen.

Nach dem letzten Spülen legen Sie die Verneblerteile auf eine saubere Oberfläche, die Sie mit einem frischen Papiertuch ausgelegt haben, und lassen Sie die Flüssigkeit dort ablaufen. Ersetzen Sie feuchte Papiertücher durch trockene und lassen Sie die Verneblerteile vollständig trocken werden. Bedenken Sie, dass sich Krankheitserreger auf jeder feuchten Oberfläche vermehren können, und lagern Sie deshalb den getrockneten Vernebler in einem sauberen, trockenen Beutel an einem sauberen, trockenen Platz.

Folgen Sie für alle anderen Inhalations- oder Atemtherapiegeräte den Anweisungen des Herstellers. Manches davon soll zwar gesäubert, darf aber nicht desinfiziert werden. Diese Geräte kann man meistens mit Flüssigseife und heißem Wasser reinigen. Fragen Sie die Physiotherapeuten oder Ärzte Ihres CF-Teams, wie und wie oft Sie Ihre Atemtherapiegeräte reinigen sollen. Benutzen Sie nicht gemeinsam mit anderen Menschen Vernebler, PEP-Geräte, Spacer oder andere Dinge, die mit Schleimhäuten, Sputum oder Schleim in Berührung gekommen sind.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss dieses Abschnittes:

Schließen Sie Ihren Vernebler nicht an ein PEP-Therapiegerät an, wenn dies nicht auch auseinandergenommen, gereinigt und desinfiziert werden kann wie Ihr Vernebler!

Wenn Menschen mit CF zusammen leben

Menschen mit CF, die zusammen leben, können ihre jeweils eigenen Krankheitserreger auf den jeweils anderen Menschen übertragen. Um die Wahrscheinlichkeit einer solchen Übertragung zu reduzieren, sollten sie den Kontakt mit den Schleimhäuten, dem Sputum und dem Schleim des jeweils anderen möglichst weit einschränken. Menschen mit CF sollten nicht ihre Atemtherapiegeräte oder Vernebler gemeinsam benutzen. Das gilt auch für Zahnbürsten, Essgeschirr, Trinkgefäße oder alles andere, was in Berührung gekommen ist mit Schleimhäuten, Sputum oder Schleim.

Wenn man hustet, können die Krankheitserreger bis zu 90 cm weit durch die Luft fliegen. Die Atemtherapie zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Räumen zu machen, kann helfen, die Verbreitung von Krankheitserregern zu vermindern. Auch Menschen mit CF, die nur zu bestimmten Gelegenheiten zusammentreffen, sollten Aktivitäten meiden, die die Übertragung von Krankheitserregern ermöglichen, wie Händeschütteln, Umarmungen oder Küsse. Sie sollten versuchen, einen Abstand von mindestens 90 cm (etwa eine Armeslänge) von einander einzuhalten.

Menschen mit CF sollten Ihre Hände häufig reinigen, besonders nach dem Husten, Niesen und Naseputzen. Wenn man hustet, niest oder Sputum herausbringt, soll man ein Papiertaschentuch benutzen und es dann in den Müll werfen. Anschließend: Hände reinigen!

Impfungen

Jeder sollte sich gegen die Krankheitserreger impfen lassen, gegen die eine Impfung von der Impfkommission empfohlen wird. Diese Impfungen verhindern, dass man schwer krank wird. Menschen mit CF tragen dasselbe Risiko für eine Virusinfektion wie Menschen ohne CF. Wenn aber jemand, der CF hat, Atemwegsviren einfängt, kann er viel heftiger erkranken als derjenige, der nicht CF hat.

Influenza, die "echte" Grippe, ist eine Viruserkrankung, die bei Menschen mit CF Lungenentzündungen hervorrufen kann. Ausbrüche der Grippe erfolgen meistens zwischen Dezember und März. Menschen mit CF, die älter sind als sechs Monate, sollten sich jedes Jahr gegen die Grippe impfen lassen. Planen Sie einen Arzttermin im Herbst ein, um diese Impfung durchführen zu lassen! Auch die Verwandten, Betreuer, das medizinische Personal und enge Freunde des CF-Betroffenen sollten sich gegen die Grippe impfen lassen. Wenn Sie bzw. Ihr Kind mit CF sich nicht gegen Grippe haben impfen lassen und mit jemandem zusammengetroffen sind, der die Grippe hat, wenden Sie sich an Ihr CF-Zentrum, um evtl. mit einer medikamentösen Therapie zu beginnen, damit Sie bzw. Ihr Kind nicht schwer krank werden.

Ein anderer Krankheitserreger, den jeder bekommen kann, ist bekannt als "RSV", mit vollem Namen: Respiratory Syncytial Virus. RSV kann Säuglinge, kleine Kinder und ältere Leute sehr krank machen. Es gibt zwar einen Impfstoff, mit dem man RSV bei Kindern verhindern kann, aber es gibt noch keine Richtlinien über die Anwendung bei Kindern mit CF. Gute Händehygiene vermindert in jedem Fall Ihr Risiko bzw. das Ihres Kindes, sich mit RSV oder anderen Krankheitserregern anzustecken.

Bakterien in der Umgebung

Es gibt in der Umgebung viele verschiedene Krankheitserreger. Sie haben vielleicht schon viel gehört über Pseudomonas aeruginosa und den Burkholderia cepacia Komplex. Beide gehören zu den Arten von Krankheitserregern, die Menschen mit CF einfangen können. Es ist erwiesen, dass Burkholderia cepacia zwischen Menschen mit CF übertragen werden kann. Es ist daher wichtig für Menschen mit CF, ihre Hände sauber zu halten, wenigstens eine Armeslänge Abstand voneinander zu halten und den Kontakt mit den Schleimhäuten, Sputum und Schleim von anderen zu begrenzen. Händehygiene ist das beste Mittel, um Krankheitserreger nicht einzufangen und nicht weiterzugeben. Denken Sie daran: Reinigen Sie Ihre Hände oft und besonders dann, wenn Sie Kontakt hatten mit Schleimhäuten, Sputum und Schleim.

Schule

Gesundheitsinformationen sind vertraulich, wenn man nicht selbst Informationen zu seinem Gesundheitszustand herausgibt oder sein CF-Team damit beauftragt, anderen solche Informationen über den eigenen bzw. den Gesundheitszustand seines Kindes mit CF zu geben. Am besten besprechen Sie mit dem CF-Team, welche Informationen über CF und Ihr Kind Sie der Schule Ihres Kindes geben sollten.

Es ist denkbar, dass noch ein weiteres Kind mit CF die gleiche Schule besucht wie Ihres. Wenn möglich, sollten sie nicht die gleiche Klasse besuchen. Um die Übertragung von Bakterien zu vermeiden, sollten sie versuchen, einen Abstand von wenigstens 90 cm von einander einzuhalten. Auch sportliche oder andere Aktivitäten sollten möglichst zu verschiedenen Zeiten stattfinden. Händehygiene ist auch hier ein wichtiges Mittel für die Vermeidung der Verbreitung von Bakterien.

CF-Camps

Es ist erwiesen, dass CF-typische Bakterien zwischen Teilnehmern an gemeinsamen Camps übertragen wurden. Menschen mit CF sollten keine CF-spezifischen Camps besuchen. Die Risiken wiegen erheblich schwerer als die möglichen positiven Aspekte. Weil es von großer Bedeutung für Menschen mit CF ist, sich sportlich zu betätigen, Freunde zu finden und Unterstützungsnetze aufzubauen, wird empfohlen, dass sie an Camps, sozialen Aktivitäten und sportlicher Betätigung teilnehmen, die nicht spezifisch für Menschen mit CF angeboten werden.

Mineralbäder, Heißbäder, Swimming Pools

Pseudomonas aeruginosa findet man in Mineralbädern und Heißbädern, die nicht ausreichend gechlort werden. Solche Bäder, die nicht genügend Chlor enthalten, um Pseudomonaden abzutöten, sollten von Menschen mit CF gemieden werden.

In Swimming Pools, deren Chlorgehalt genügend hoch ist, können Pseudomonaden nicht überleben. Die Gesundheitsbehörden der Kommunen überwachen die Einhaltung der Hygienestandards in den öffentlichen Schwimmbädern und können Auskunft darüber geben, welche Konzentrationen von Chlor erforderlich sind, um in privaten Swimming Pools die entsprechenden Hygienestandards einzuhalten. Fragen Sie gegebenenfalls nach, wie oft die Chlorkonzentration in dem Schwimmbecken überprüft wird, und ob sie dem Standard für öffentliche Schwimmbäder entspricht.

CF-Treffen und Veranstaltungen

Es gibt bislang keine Berichte über die Übertragung von CF-typischen Krankheitserregern bei CF-Treffen. Auch hier ist Händehygiene, wie mehrfach beschrieben, von größter Wichtigkeit. Es ist jedoch grundsätzlich nicht ratsam, dass sich mehrere Menschen mit CF gemeinsam in geschlossenen, wenig belüfteten Räumlichkeiten aufhalten, wie in kleinen Räumen, Hotelzimmern, Autos usw.

Die CF-Selbsthilfeorganisationen haben wegen des hohen Gesundheitsrisikos bei der Übertragung von Burkholderia cepacia meistens Richtlinien für ihre Veranstaltungen, mit denen sie die Teilnahme von Menschen mit CF, bei denen Burkholderia cepacia nachgewiesen wurde, ausschließen.

Anmerkungen des Übersetzers

Im Jahr 2003 wurde ein Dokument veröffentlicht, in dem beschrieben wird, was international führende Experten, die in verschiedenen Funktionen in der CF-Therapie arbeiten, gemeinsam zur Frage der Infektionskontrolle bei CF empfehlen. Die Erarbeitung und die Veröffentlichung dieser Empfehlungen wurde von der US-amerikanischen Cystic Fibrosis Foundation getragen, insofern kommen die meisten der Teilnehmer aus Nordamerika. Als Europäer nahmen waren mit dabei: Gerd Döring aus Deutschland, Niels Hojby aus Dänemark und James M. Littlewood aus Großbritannien.

Das sehr detaillierte Dokument umfasst 40 Seiten plus Glossar und Fußnoten. Es fußt auf dem gegenwärtigen Stand der Kenntnisse zur Übertragung von CF-typischen Krankheitserregern und zieht daraus Konsequenzen für alle Bereiche des Lebens mit CF: Den Privatbereich, die sozialen Kontakte zwischen Menschen mit CF, den Umgang zwischen den Mitgliedern des CF-Teams und den CF-Patienten in der ambulanten und der stationären Therapie, bis hin zur Transplantation. Darüber hinaus werden methodische Fragen des Nachweises der Bakterien und Fragen der psychosozialen Konsequenzen bestimmter Maßnahmen erörtert.

Auf weitere Aspekte will ich hier nicht eingehen, nur auf einen einzigen:

Die Kommission hält es für erforderlich, dass das Konsensus-Dokument an alle CF-Zentren und an andere relevante Spezialisten verteilt wird, dass es in professionellen Zeitschriften veröffentlich wird, dass auf der CFF-website über das Dokument informiert wird, dass innerhalb der CF-Zentren das gesamte Team über die Prinzipien, die in dem Dokument aufgestellt werden, informiert wird, dass eine in leicht verständlicher Sprache geschriebene Zusammenfassung an die Patienten verteilt und auf der CFF-website veröffentlicht wird.

Auch wenn das primär für den Bereich gilt, für den die CFF zuständig ist, wäre es meiner Meinung nach wünschenswert (oder etwas pointierter: notwendig), dass diese Strategie auch in Deutschland greift. Ein Konsensus über Hygienefragen ist auch für Deutschland zwingend erforderlich, und dazu muss man Strategien entwickeln, die wirksam sind. Mein freiwilliger Anteil an dieser Maßnahme ist diese Übersetzung der Zusammenfassung, wie sie auf der CFF-website zu lesen ist. Weitere Inhalte des Konsensus-Dokuments werde ich demnächst zusammenfassen, übersetzen und der interessierten Öffentlichkeit zur Kenntnis bringen.

Die Übersetzung folgt sehr eng, meist wortgetreu, dem Originaltext, aber das Layout ist stark vereinfacht. Eine solche Übersetzung, die sich eng an das Original anlehnt, ist nicht ohne Probleme. Manche Aspekte würde man bei uns vielleicht auch ergänzen oder spezifischer formulieren (z.B. zur Desinfektion des Verneblers), manches ist bei uns eher ungewöhnlich (private Spaßbäder, CF-Camps) und sicher sind hiermit auch nicht alle Fragen erschöpfend behandelt. Allerdings meine ich, dass das Prinzip, sich unter allen Lebensumständen selbst und auch die anderen Betroffenen durch relativ einfache Maßnahmen zu schützen vor einer Übertragung von Krankheitserregern, sehr deutlich formuliert wird, vielleicht deutlicher, als es manchem lieb ist. Wer folgt diesen Ratschlägen, so wie sie hier formuliert sind, schon konsequent? Und wäre es nicht für alle Betroffenen notwendig, in Fragen der Hygiene, wie hier beschrieben, Disziplin und Konsequenz zu üben?

Eine spezifische Anmerkung ist erforderlich zum Begriff des antibiotisch wirksamen Handgels. Dies ist der bekannten alkoholischen Händedesinfektionslösung ganz ähnlich, wird aber als gel-artige Substanz angeboten. Das mag praktische Vorteile haben, weil man nicht immer mit der Flüssigkeit herumkleckert. Jedenfalls sind diese Handgels offenbar in den USA durchaus verbreitet, wovon man sich im Internet überzeugen kann. In Deutschland gibt es sie so gut wie gar nicht; jedenfalls haben die großen Hersteller von Desinfektions-Lösungen zu Einreiben in die Hände so etwas nicht im Programm. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Benutzung des Händedesinfektionsmittels der Standard für die Reinigung der Hände sein soll, das Waschen hingegen eher die Ausnahme!

Hinweise im auf Unterstützung durch regionale Selbsthilfegruppen und die CFF sowie links zu weiteren Informationsquellen habe ich weggelassen, ebenso wie das Glossar. Diese Informationen sowie die Hinweise auf die Original-Quellen für das Konsensus-Dokument findet man leicht auf der Website der CFF (www.cff.org , Menüpunkt "Living with CF", unter der Überschrift "CF and infection control", "Stopping the Spread of Germs").


Wilhelm Bremer, Mai 2004