Erstellungsdatum: 10/06/2003 letzte Änderung: 11/06/2003



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2. Sportunfall nach DLTX beim Sportwochenende in Bad Münster

......oder: "Sport ist Mord Teil II" ;o) ?

30 km Radfahren an einem Nachmittag und ein "dickes" Ende !

Da wir in den letzten Wochen fast jeden Tag sportlich aktiv sind, sei es mit dem Fahrrad oder schnellen Schrittes zu Fuß unterwegs sind, planten wir für das Pfingstwochenende kurzentschlossen einen Aufenthalt in Bad Münster am Stein. Dort wollten wir mit den Fahrrädern 2 Tage voller Sonnenschein genießen. Aber es kommt meist anders als man denkt....

Anne und ich waren seit Pfingssonntag in Bad Münster am Stein/Ebernburg. Wir wollten wie gesagt zwei Tage ausspannen, und mit den Rädern auf dem Nahe Radwanderweg ein paar Kilometer mit den Rädern "abreissen" zur körperlichen Ertüchtigung. Wir hatten ein schönes Hotel, direkt am Naheufer direkt gegenüber des Reichsgrafenfelsen, gebucht. Sonntag morgen um 8.30 Uhr machten wir uns von Wuppertal aus auf die Socken. Gegen 10.30 Uhr waren wir am Ziel. Schnell die Koffer ausgepackt und um 12.00 Uhr saßen wir auf den Rädern bei traumhaftem Wetter. Von Bad-Münster ging es über Bad Kreuznach. Dort gönnten wir uns in der Altstadt erst mal einen Eisbecher. Wir fühlen uns in der Gegend immer sehr wohl, weil wir schon seit vielen Jahren dort immer die Qualifikationswettkämpfe für die Deutschen Meisterschaften im Sportschießen hatten. Weiter ging die Fahrt nach Bretzenheim. Es waren viele Radwanderer an diesem schönen Pfingswochende unterwegs. Von Bretzenheim ging es in Richtung Langenlonsheim....es war super und wir fühlten uns richtig fit.

Dann passierte es, nach 15 km bekam Anne ausgerechnet am Hinterreifen (Schaltung ausbauen u.s.w) einen Plattfuß. Also haben wir in einem kleinen Dorf, im Schatten eines Hauses, den Reifen ausgebaut und geflickt. Im Anschluß dachten wir, 15 km ist genug und die Rückreise sind ja noch einmal 15 km. Wir fuhren wieder in Richtung Bad Münster am Stein. Nach 3 Kilometer mitten zwischen Wiesen und Äckern, kein Baum kein Strauch, platzte Annes Hinterreifen ein 2. Mal. Wir hatten extra vor der Tour in alle 4 Reifen nagelneue Markenschläuche eingebaut. Also in der sengenden Sonne wieder alles ausgebaut, und den Reifen erneut geflickt. Wir mußten schnell machen, denn es zog in Windeseile ein Gewitter auf. Dem wollten wir uns aber nicht auf freiem Feld aussetzen. Das Pech nahm seinen Lauf. Bei der letzten Mutter brach auch noch der Schraubenschlüssel ab ! Ich sage nur Deutsches Qualitätswerkzeug, oder Udo hatte an dem Tag einfach zuviel Kraft. Nun wurde noch schnell der Reifen aufgepumpt und es ging weiter Richtung Bad Kreusnach. Wir hatten die Gewitterfront immer "im Nacken". Wir schafften es bis Bretzenheim und es fing stark an zu regnen. Eine Winzerin öffnete uns Ihre überdachte Hofeinfahrt, damit wir und unsere Räder nicht Naß wurden.

Nach einer halben Stunde ließ der Regen nach, ja es kam die Sonne wieder raus. Zügig ging es nach Bad Kreuznach. Dort führt der Nahe Radwanderweg in der Altstadt über eine schmale Brücke. Ein großes Schild zeigt auf beiden Seiten, daß Radwanderer bitte Ihr Rad über die Brücke schieben möchten. Bei der Anfahrt an die schmale Brücke kamen mehrere Radwanderer natürlich nicht schiebend von der Brücke. Ein Fußgänger schimpfte ihnen noch hinterher. Anne und ich wollten absteigen um unsere Räder vorschriftsmäßig über die schmale Brücke zu schieben. Da passierte es. Ich blieb mit dem rechten Fuß an der Kante meiner Pedale hängen und es schmiß mich hin. Dabei knickte der Fuß hart um. Anne und der Fußgänger halfen mir auf. Es war ein fürchterlicher Schmerz im Fußgelenk. Ich habe die Zähne zusammengebissen und wir sind die letzten 5 km noch langsam zum Hotel gefahren. Wir klappten unsere Räder zusammen und verpackten sie ins Auto, denn eins war sicher, am nächsten Tag würde ich kein Fahrradfahren können. Ich habe dann lange kalt geduscht. Der Fuß war schon dick und blau.

Ich bin mit Annes Hilfe noch in ein Gasthaus zum Essen gehumpelt, und danach sind wir noch kurz am Naheufer gesessen. Gegen 22.00 Uhr waren wir im Hotel. Ich bekam den Schuh kaum noch aus, und viel sofort ins Bett. Die Schmerzen wurden in der Nacht unerträglich, und der Fuß war dick und blau. Anne hat die ganze Nacht den Fuß gekühlt. Morgens nach dem Frühstück sind wir direkt von Bad Münster nach Hause ins Krankenhaus gefahren. Der Knochen ist nicht gebrochen, aber die Bänder haben wahrscheinlich was mitbekommen. Genaueres kann man erst sagen, wenn der Fuß wieder normale Formen erreicht hat. In Anbetracht meiner Situation (Lungentransplantation) wird aber auch bei einem Bänderriß nicht operiert sondern "getapt". Der Chirurg meinte: "Ein gerissenes Band heilt auch so, es dauert nur länger!" Nun "laufe" ich auf 2 Krücken ähhhhh Gehilfen.


So sieht der Fuß trotz 2 Tage Dauerkühlung aus. Es kann nur besser werden.

Es war ein tolles Pfingswochenende, was zu wiederholen gilt ;o))))). Wir haben viel gelacht und es hat trotz allem viel Spaß gemacht.....!

nachdem der Fuß noch einen Tag und eine Nacht gekühlt wurde, nahm er wieder einigermaßen normale Formen an. Heute waren wir wieder in der Unfallchirurgie unseres örtlichen Krankenhauses. Der Oberarzt kam zu der Diagnose, daß das Außenband verletzt sei. Er verordnete mir einen speziellen Veband. Der Fuß wurde in eine 90 Grad Stellung gebracht und "getapt" ! Nun hat der Fuß wieder halt. Der Verband soll mindestens 7 Tage am Fuß bleiben. Ausserdem soll ich den Fuß von Tag zu Tag mehr belassten. Der Oberarzt war guter Dinge, daß das Band so wieder von "alleine" ohne OP heilen wird.


Ich habe ja vor meiner Transplantation immer viel Sport getrieben und es nie etwas passiert. Nun soll ich Sporttreiben, und es passieren in einem Jahr nach der TX zwei Unfälle. Es soll wohl so sein. Trotzdem bin ich der Meinung, daß Sport immer noch eine sehr gute Medizien ist, vor- und nach der Transplantation vorallem bei CF.

Euer Udo Grün