Erstellungsdatum: 08/2000 letzte Änderung: 14/04/2004



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Die Sauerstoff-Langzeittherapie


Einleitung:

Viele Patienten, ob mit Mukoviszidose oder anderen Erkrankungen, kommen irgendwann an einen Punkt, wo es ohne zusätzliche Sauerstoffgabe nicht mehr funktioniert. Die Sauerstoffversorgung der Organe ist dann so unzureichend, daß die Ärzte zu Sauerstoff raten. Je nach Art der Unterversorgung, wird dazu geraten sich nachts zusätzlich mit Sauerstoff zu versorgen, oder 24 stündlich, also rund um die Uhr. Es gibt verschiedene Ausführungen von Sauerstoffgeräten. Hier einige Geräte:

  

Links sehen Sie einen Sauerstoffkonzentrator - in der Mitte ein port. Sauerstoffgerät - rechts ein Flüssig-O2-Gerät

Ich bin nun 50 Jahre und seit 2 Jahren doppellungentransplantiert. Nun brauche ich keine Sauerstoffversorgung mehr. In den letzten 10 Jahren vor meiner Lungentransplantation wurde ich allerdings mit Sauerstoff versorgt. In den ersten Jahren brauchte ich nur nachts die Unterstützung des Sauerstoffgerätes. Ich wurde mit einem Sauerstoffgenerator versorgt, den ich auf Antrag von der Krankenkasse bekommen hatte. Tagsüber benötigte ich die Sauerstoffversorgung nur bei akuten Infekten. Mit der Zeit arbeiteten meine Lungen aber immer schlechter und mein Blut war mit Sauerstoff unterversorgt. So wurde die Sauerstoffversorgung auch an vielen Tagen notwendig. Damit ich auch mobil unterwegs sein konnte, bekam ich zusätzlich noch ein portables Sauerstoffgerät, in dem eine 2 Liter-Flasche O2 eingebaut war. In den letzten 2 Jahren vor meiner DLTX ging es mir aber immer schlechter, so mußte ich rund um die Uhr mit Sauerstoff versorgt werden. Hierzu verordnete mir mein Oberarzt an der Uni-Klinik Düsseldorf ein Flüssigsauerstoffgerät von der Firma Linde. Wie schlecht es mir zu dieser Zeit ging belegt die Tatsache, daß ich meist mein Gerät auf bis zu 5 Liter/per Minute einstellen mußte um einigermassen gut versorgt zu sein. Es war schon eine schlimme Zeit und ich bin froh, daß sie vorbei ist. Lest hierzu auch meine anderen Bericht.

Falls Ihr zur Sauerstofftherapie Fragen habt, so könnt Ihr mir diese gerne stellen. E-Mail:

- Sauerstoff-Konzentrator

Mit diesem Gerät wird die Raumluft eingesaugt, der Sauerstoff heraus gefiltert, konzentriert und über eine Nasensonde, auch Sauerstoffbrille genannt, dem Patienten wieder zugeführt. Am Gerät befindet sich ein Anfeuchtbehälter, wo der Sauerstoff durchgeleitet wird, damit die Nasenschleimhäute nicht zu sehr austrocknen. Dieser muß immer mit genügend destilliertem Wasser gefüllt sein. Er sollte mindestens einmal in der Woche mit Essigwasser ausgewaschen werden. Außerdem wechselt man monatlich den Feinstaubfilter und läßt den Konzentrator halbjährlich von einer Fachfirma warten. Die Stromkosten, die dabei anfallen, werden seit einem Urteil aus dem Jahre 1999 von der Krankenkasse ersetzt (siehe dazu auch meine 2. Sauerstoffseite).

Der Sauerstoffkonzentrator findet gut Verwendung, wenn man nachts zusätzlich Sauerstoff braucht. Der Nachteil bei diesem Gerät ist, daß es leider nicht geräuschlos arbeitet. Doch nach einiger Zeit, so berichten Patienten, können sie ohne dem brummen gar nicht mehr schlafen.

- transport. Sauerstoffgerät in Verbindung mit kleinen Sauerstoffflaschen.

Diese sind mit gasförmigen Sauerstoff gefüllt und man kann sie gut nutzen, wenn man im Notfall darauf zurückgreifen muß. Zu den Flaschen gehört eine Tasche, ein Regelcomputer (Oxytron) und man kann auch einen Wagen dazu bekommen. Diese Kombination braucht eigentlich keinerlei Wartung. Lediglich müssen bei Bedarf die Batterien im Regelcomputer gewechselt werden und die Flaschen müssen vom Fachhändler neu befüllt werden. Das Befüllen ist kostenlos. Der Patient braucht aber neuerdings ein Dauerrezept von seinem Hausarzt oder seiner Ambulance. Diese Kombination ist aber nicht für jeden Patienten geeignet, bei Mukoviszidose Patienten wird eigentlich davon abgeraten. Denn der Regelcomputer reagiert auf die Atmung, daß man zum Beispiel bei jedem 3. Atemzug Sauerstoff bekommt. Ist das Zugvolumen zu gering, die Atmung zu flach, kann dieser nicht reagieren.

- Flüssigsauerstoffgerät

Flüssigsauerstoff ist auf -183 C° tiefgekühltes verflüssigtes Sauerstoff. Durch auftauen wird es wieder gasförmig. Dies können in 21, 31 oder in 41 Litertanks bereit gestellt und wöchentlich von den Sauerstofffirmen aufgefüllt werden. Meine Empfehlung ist ein 21 Liter Tank und ein Größeres, denn den kleinen Tank kann man im Auto transportieren, um so auch für ein paar Tage verreisen zu können, ohne die Krankenkasse zu benachrichtigen. Das Zubehör, wie Sauerstoffbrillen, Aquadest (Anfeuchtbehälter mit sterilem Wasser) und Verlängerungsschläuche, damit man in der Wohnung herumlaufen kann, bekommt man von den Sauerstofffirmen . Zu dem Tank gibt es ein tragbaren mobiles Gerät, welches man vom großen Tank selbst Befüllen kann, um auch außer Haus gehen zu können. Damit man das Gerät besser transportieren kann, gibt es dazu eine Tragehilfe (Rucksack) und einen Wagen. Die Rezepte dazu werden unproblematisch von den Krankenkassen bezahlt. Diese Art der Sauerstoffversorgung sollte bei ständigem Gebrauch von Sauerstoff angewandt werden.

Da ich ja mehrer Jahren die Sauerstofftherapie nutzte, möchte ich Euch noch einen weiteren Hinweis geben. Vor meiner O2 Versorgung hatte ich beim morgentlichen Aufwachen immer starke Kopfschmerzen. Seit der Zeit, wo ich nachts immer unter Verwendung von Sauerstoff schlafe, ist dieser Schmerzzustand total weggefallen. Vorallem wache ich morgens immer total entspannt und ausgeschlafen auf. Ich sehe auch noch einen sehr grossen Vorteil bei der Therapie. Wenn ich einen "dicken" Infekt habe und ohne Sauerstoffgabe kaum noch laufen kann, so kann ich unter Zuhilfenahme meines port. Sauerstoffgerätes immer noch in die Klinik fahren. Die Sauerstofftherpie ist in meinen Augen absolut empfehlenswert.

Euer Udo Grün