Erstellungsdatum: 19/07/2000 letzte Änderung:



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Fithalten durch Radfahren...

Nachdem ich ja vor wenigen Jahren mit dem Sportschiessen aufgehört habe, war ich einige Zeit mit dem Kickboard unterwegs, um mich fit zu halten. Das ging auch so lange gut, bis sich meine Sauerstoffversorgung auf 24 Stunden täglich ausweitete. Ich versuchte zwar zu Beginn noch immer weiter Kickboard zu fahren, aber der O2-Rucksack wurde immer mehr zum grossen Problem. Bei jedem Abstoßen mit dem Fuss, flog der 3,8 Kilogramm schwere O2-Rucksack von der einen zur anderen Seite auf meinen Schultern. Allein dies verbrauchte sehr viel Kraft, und ich verlor sehr schnell die Lust daran. Anne und ich überlegten hin und her. Wir haben uns dann 2 Mountenbikes zugelegt. Am ersten Abend war ich nach ein paar hundert Metern schon so fertig, dass wir die Räder am nächsten Tag dem Händler zurückbrachten. Mountenbikes haben sehr breite Räder und grobes Profil, also einen hohen Laufwiderstand. Dies machte das Fahren für mich sehr beschwerlich. Als wir nun wieder zu Fuss auf unserer alten Kickboardstrecke am Essener Baldenneysee unterwegs waren, sahen wir einen älteren Herren, der mit einem Miniklapprad neuester Konstruktion unterwegs war. Ich habe ihn einfach mal angesprochen und er gab auch bereitwillig Auskunft. Er hob besonders die leichte Lauffähigkeit der ultraleichten Räder hervor. Auch seien die Übersetzungen der Gangschaltungen im Gegensatz zu den alten Klapprädern mehr als gelungen. Nur beim Preis fingen wir an zu schlucken. Diese Räder kosten zwischen 1.200 und 2.500 DM.

Anne und ich verbrachten die nächsten Tagen in Radgeschäften und wir informierten uns sehr genau über das Preis-Leistungsverhältnis. Aber unter 1.200 DM fanden wir nicht das, was wir suchten. Ein paar Tage später waren wir bei Sport Karstadt und zu unserer Freude entdeckten wir dort 2 Räder der Firma HON (Katalogpreis 1.200 DM je Stück) zum Preis von 799 DM. Es kam der Verkäufer und er erklärte uns alles sehr hilfsbereit. Die Räder haben keine Kettenschaltung sondern eine moderne Narbenschaltung. Als ich das Rad vom Ständer nahm und ein Stück nach vorne schob, bemerkte ich sofort den sehr geringen Rollwiderstand. Die Reifen haben auch Autoventile und sind mit knapp 3 Bar aufgepumpt. Wir schauten uns die Räder genau an und kauften sie dann. 2 Tage später konnten wir sie dann abholen. Am ersten Abend fuhren wir nur eine 5,2 KM kurze Teststrecke und waren begeistert.

Oben seht Ihr, wie wir die Räder zusammenbauen. Sie passen bequem in unser Auto. Wir brauchen also nicht jedesmal einen Fahrradständer auf unser Auto bauen. An diesem Abend begleiteten uns unser Sohn Markus auf Inlinern und "Schwiegerfreundin" Petra auf dem Fahrrad. Die Strecke rund um den Essener Baldeneysee ist genau 14,2 km lang und hat fast keine Steigungen. Sie ist also ideal für mich. Natürlich bin ich nicht sehr schnell, aber das ist auch nicht Grund der Übung. Ich möchte einfach etwas mehr Kondition bekommen, denn ich habe in der letzten Zeit immer wieder festgestellt, dass ich bei kleinen Anstrengungen das Sauerstoffgerät höher stellen muss.

Auf dem Foto seht Ihr die besondere Erleichterung bei diesem "Konditionstraining". Der O2-Rucksack ist auf dem Gepäckträger sicher mit drei Spanngurten festgezurrt, und er kann so nicht hin- und herwackeln. Wenn man den Rucksack sonst immer auf den Schultern trägt, ist dies schon ein Genuss Fahrrad zu fahren.

Nach 9,3 Kilometern machten wir auf der Staumauer eine kleine Verschnaufpause. Ich habe auf dem Fahrrad ein kleines Satellitennavigationssystem von Garmin. Hier kann ich u.a. genau die gefahrene Strecke und die Fahrtgeschwindigkeit sehen. Weiter ging es nach ein paar Minuten. Ich hatte wirklich keine Probleme auf der ganzen Strecke. Nur mein Sohn Markus war am Ende etwas "platt" auf seinen Inlinern, und wollte mich noch auf eine ganz besondere Art und Weise testen...

...aber er hatte ein Einsehen und lief nach dieser Aufnahme wieder aus eigenen Kräften neben mir her. Inzwischen sind wir schon mehrfach mit den Rädern gefahren. Wir sind beide froh, dass wir diesen Schritt gewagt haben. Ausserdem bin ich der festen Überzeugung, dass das langsame Radfahren ohne O2-Rucksack auf den Schultern nicht so anstrengend ist wie ein Spaziergang mit O2-Rucksack auf den Schultern.

Euer Udo Grün