Erstellungsdatum: 12/2000 letzte Änderung: --/----



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Lungentransplantation

Ein besseres Leben durch eine Lebendspende...?

Ende November 2000 brachte das Schweizer Fernsehen einen Bericht einer Lungentransplantation. "Zwei Stück Lungen für ein neues Leben" hieß dieser sehr interessante Bericht. Die Mutter eines Freundes aus der Schweiz hat mir freundlicherweise einen Videomitschnitt dieses Film´s zugesandt. Da die meisten User diesen Film nicht sehen konnten, möchte ich Euch mit dieser neuen Seite über den Film eine sehr neue TX-Methode darstellen und näherbringen.

In diesem Bericht ging es um eine englische Familie mit 4 erwachsenen Kindern. 3 Töchter und einen Sohn hatten die Eltern. Davon hatten 2 Töchter CF. Zur Zeit der Dreharbeiten war eine Tochter bereits an den Folgen der Mukoviszidose verstorben. Der zweiten "CF"-Tochter ging es mittlerweile so schlecht, dass man auch mit ihrem Tod rechnen musste. Auch in England sind Spenderlungen sehr knapp. Der Gesundheitszustand der Tochter liess eine TX-Wartezeit nicht mehr zu, und so entschloss man sich zu der Transplantationsmethode mit 2 Lebendspendern. Diese Opertionsform wurde schon mehrfach in den USA vollzogen. Auch in England wurde diese TX-Operation schon 6 mal gemacht. 3 Empfänger starben kurz nach der TX.

Im Mai 1999 wurde diese TX-OP dann wieder in diesem Fall angewendet. Im Film wurden die Lebendspender (Bruder und Schwester) eingehend über alle Risiken aufgeklärt. Die Gefahren bei den Spendern lagen klar auf der Hand. Die Narkose, die Infektionsgefahr, die Undichtigkeit der Lunge nach der OP und der Leistungsverlust der eigenen Lunge um ca. 25%. Hinzu kommen die starken Schmerzen bedingt durch die Operation. Trotzdem stimmten die Geschwister der Operation zu, um ihre todkranke Schwester zu retten. Übrigens kamen die Eltern wegen ihres Alters nicht als Spender in Frage.

Es wurde in 3 OP´s gleichzeitig gearbeitet. Jeder Mensch hat ja 2 Lungenflügel. Auf der Herzseite besteht er aus 2 Lappen und auf der anderen Seite aus 3 Lappen, die grossflächig verwachsen sind. Die neue Lunge wurde aus 2 Teilen erstellt. Vom Bruder entnahm man auf der Herzseite den hinteren kleineren Lappen, und von der Schwester wurde ein Lappen des 3lappigen Lungenflügels entnommen.


Das grosse Problem ist die Abtrennung der Lungenlappen, da sie grossflächig verwachsen sind. Hierdurch können grosse Blutungen und Undichtigkeiten entstehen. Die undichten Stellen werden mit einem speziellen Kleber bestrichen und mit einer UV-Lampe ausgehärtet. Trotzdem hatten beide Spender Luftaustritte und äusserst starke Schmerzen, die noch Tage bzw. Wochen nach der Organentnahme sehr schlimm waren.

Die entnommenen Teile wurden der Empfängerin in einer langen OP eingesetzt. Schon bei der OP gab es grosse Probleme. Es folgten dann Tage zwischen Hoffen und Bangen. Auch am 12 Tag nach der TX lag die junge Frau im künstlichen Koma und ihre Werte gingen rauf und runter. Die Spender erholten sich nur sehr sehr langsam. Der Bericht endete leider sehr negativ. Die Empfängerin war sehr zierlich und hatte nicht viel "hinzuzusetzen". Die Ärzte wollten sie wegen der Infektionsgefahr nicht intravenoes ernähren. Die Werte wurden dann durch einen Infekt immer schlechter und es trat am Ende der Tod ein.

Ich habe nun mehrere Tage Zeit gehabt, über diesen Film nachzudenken. Meiner Meinung nach dürfte es diese Operationsmethode nicht geben. Ich glaube, dass die Spender in ihrer Not hoffnungslos überfordert sind, und gar nicht verstehen können, welchem Risiko sie sich aussetzen. Ich glaube, dass auch die Ärzte das eine oder andere Problem mit sich selbst und bei ihrer "Arbeit" hatten.

Abschliessend möchte ich sagen, dass ich als Patient eine solche Lebensspende nie zulassen würde. Ich könnte das Risiko meiner Spender nicht mit meinem Gewissen in Einklang bringen. Bis heute ist wohl noch kein Spender an den Folgen der Organentnahme gestorben..............bis heute !

Ich glaube, dass bestimmt der eine oder andere von dieser Operationsmethode gehört hat. Viele werden allerdings noch nie von einer Lungenlebendspende gehört haben. Aus diesem Grunde habe ich Euch diesen Bericht hier ins Mukoland gestellt. Ich bin der Meinung, dass auch diese Methode hier angesprochen werden soll und muss.