Erstellungsdatum: 07/1999 letzte Änderung: 08/1999



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Testbericht K2-Kickboard



Aus meinem Bericht ueber das Sportschiessen wissen sie, dass ich 1997 mit diesem Sport aufgehoert habe. Nun moechte ich aber nicht einrosten, und habe mir eine neue noch sehr "junge" Sportart ausgesucht.

In der Mukoviszidose Kinderklinik auf Amrum foerdert man die Leistungsfaehigkeit von CF-Patienten auf Inline-Skates. Ich habe persoenlich aber Probleme damit, weil ich nach einer Bandscheiben-OP eine Fussheberschwaeche am rechten Fuss habe Dort sorgt eine Schiene dafuer, dass der Fuss richtigen Halt hat. Eine solche Schiene bekomme ich aber leider in keinen Inline-Skates hinein. Ausserdem moechte ich mich nicht allzugerne in meinem "hohen" Mukoalter noch auf den Bart legen. Nun brachte die bekannte Firma "K2" dieses neue Trendsportgeraet auf den Markt. Es sieht aus wie ein Skate-Board hat allerdings hinten nur eine Rolle (mit Bremse), und vorne hat es zwei gefederte lenkende Rollen. Die Rollen haben einen 100mm Durchmesser und laufen auf sehr guten Kugellagern. Der Clou an der Geschichte ist, das es eine Haltestange gibt. An ihr kann man sich nicht nur festhalten (fuer "alte Leute" gut) sondern auch durch verlagern lenken. Gefahren wird das Kickboard wie ein Tretroller. Nur erreicht man sehr schnell hohe Geschwindigkeiten. Die genaue Fahrtauglichkeit und wie ein Mukopatient damit zurecht kommt, wird in naher Zukunft hier veroeffentlicht. Hierzu werde ich mich in den naechsten Tagen mit meiner Frau (auf Inline-Skates) auf die "Piste" begeben. Mal sehen, welche Strecken meine Lungenfluegel noch aushalten.

Hier ein Foto des K2-Kickboards



Zur K2-Kickboard Homepage

Leider ist der Preis mit 498,00 DM noch sehr hoch. Die Verarbeitung ist auf den ersten Blick sehr gut !!! Die Test´s werden alles weitere zeigen...........

1. Testabend

Heute war der erste Testlauf. Ich moechte zuerst sagen, dass ich einen FEV1 Wert habe, der je nach Gesundheitszustand zwischen 0,85 und 1,2 L. pendelt. Ich bin also sehr schnell ausser Atem. Anne und ich packten unsere Inlin-Skates und mein neues K2-Kickboard in das Auto. Es laesst sich sehr einfach ohne Schrauben zusammen und aufklappen. Die Technik ist wirklich sehr gut durchdacht. Alle Teile sind bis auf das Brett aus Aluminium. Das Brett ist meiner Meinung nach aus Glasfaser verstaerktem Carbon. Die Rollen haben eine weiche Mischung und laufen aeusserst ruhig. Die Lager laufen total geraeuschfrei und sehr lange nach.

Wir fuhren mit dem Auto zu einer Strasse die ca. 1 km lang ist und fast nicht von Autos befahren wird. Sie ist nur ganz leich abschuessig. Also, Auto geparkt und Anne zog Ihre Inliner an. Ich habe in der Zeit das K2-Kickboard zusammengebaut. Es dauert 1 Minute. Wenn Ihr sehen wollt wie das geht, klickt das Foto an und Ihr kommt auf die Homepage vom K2-Kickboard. Hier gibt es eine animierte Grafik. Dann ging es aber los.

Anne mit den Inlinern vorne weg und ich hinterher. Man brauchte nur ein oder zwei mal anzutreten und man erreichte schnell seine Geschwindigkeit. Das Tolle dabei ist, dass dies Dank der super Kugellager fast ohne Kraftaufwand passiert. Schnell hat man herausbekommen wie man zur Lenkung sein Gewicht verlagern muss. Es ist wirklich kinderleicht. Schon nach ein paar hundert Meter wird man mutiger und damit auch schneller. 20-30 Stundenkilometer sind kein Problem. Anne hatte Muehe mitzukommen. Es war ein tolles Gefuehl. Es ist zwar einfach, aber ein "Muko" wird schon gefordert. Vorallem als der Wind von vorne kam. Aber wenn einem dann die "Puste" ausgeht, haelt man an und wartet bis man wieder weiter kann ....... und schon geht es wieder !

Unsere Nachbarn (auch 45 Jahre alt) waren mitgekommen und haben dieses neue Sportgeraet auch getestet. Ellen und Helmut sind kerngesunde sportliche Menschen und waren auch begeistert.

Zurueck ging es den leichten Bergaufweg wieder zurueck. Da hatte ich schon mehr zu tun, aber es war wirklich auch fuer mich zu schaffen. Es hat totalen Spass gemacht. Man kann sich seine "Energie" absolut gut einteilen. Ich habe mich hinterher richtig gut gefuehlt.

Den 2. Test werden wir auf einer laengeren Strecke machen. Die Strecke wird nicht nur laenger auch fuer mich bestimmt schwieriger sein !

2. Testabend

Nachdem ich am ersten Abend nur das Haendling und die Fahreigenschaften getestet habe, moechte ich nun einmal eine fuer mich laengere Strecke ausprobieren. Wir fuhren zuerst mit dem Auto zu dieser ausgesuchten Teststrecke. Es ist ein ca. 3,5 km lange Teilstrecke eines Weges, der nur von Joggern, Inlinern, Fahrradfahrern und Fussgaenger benutzt wird. Er geht geradeaus, hat leichte Steigungen und auch leichte Abfahrten. Vor allem ist er sehr schattig. Wir fuhren erst um 20.00 Uhr als es schon kuehler wurde.

Wie im ersten Test schon beschrieben, gewinnt das Kickboard dank der guten Lager und Rollen sehr schnell an Tempo. Wenn man sich auf gerader Strecke (Teerbelag) daraufstellt und einmal kraeftig mit dem Fuss abstoesst, fahrt man ca. 15 Meter weit. Das ist schon ganz enorm. Ich habe gestern wert darauf gelegt, ein nicht zu schnelles aber kontinuierliches Tempo vorzulegen. Wenn man etwas Gefuehl fuer das Board bekommen hat, ist dies auch fuer einen behinderten Sportler schnell zu realisieren. Sollte einem die "Luft" mal ausgehen, so kann man wie beim Trimm-Trap einfach mal absteigen und langsam weitergehen. Das erste Stueck des Weges ging leicht bergauf. Ich hatte auch leicht zu kaempfen ! Aber es machte grossen Spass. Nach jeder leichten Steigung kommt nicht selten auch eine Abfahrt. Toll, einfach auf dem K2-Kickboard stehen und Rollen lassen, dabei ruhig weiteratmen. Man kommt wieder zu "Luft" und es kann weitergehen. Ich bin die erste Strecke bis zum Wendepunkt (ca 1,7 km) in einem Stueck durch gefahren.

An diesem Wendepunkt gabs einen leeren Parkplatz, auf dem ich noch etwas Kurven fahren geuebt habe. Dann ging es zuruech zum Ausgangspunkt. Immer wenn es mir schwer viel runter vom Board und langsam weitergegangen. Dabei richtig geatmet und es ging wieder weiter. Am Ausgangspunkt angekommen war ich zwar etwas muede und "kaputt" aber wieder sehr froh die Strecke geschafft zu haben. Man muss nur seinen "inneren Schweinehund" ueberwinden, dann klappt es auch.

Ich werde den Bericht noch um eine Stufe erweitern. Dann wird eine sehr gerade Strecke in Angriff genommen, die ca 5 km lang sein wird. Ich werde dann auch Messungen mit dem Finger Pulsoxymeter machen. Puls und Saettigung beim Start, nach 1 km, 2 km, 3 km, 4 km und am Ende der Strecke. Ich werde dann auch wieder versuchen die Strecke an einem Stueck mit normalem Kickboard-Tempo zu fahren. Also Test 3 folgt ....

3. Testabend

Die dritte Testfahrt soll auch mit Messdaten belegt werden. Die Strecke war nicht 5 sondern 7 km lang. Sie hatte sogar einige Steigungen. Gefahren sind wir am fruehen Abend um 18.00 Uhr. Die Temperatur lag bei 22 Grad C und 1020 mB Luftdruck. Die Strecke selbst war ca. 180 Meter ueber normal Null.

Vor der Fahrt:......Puls = 85.......SpO2 = 95 %.........gemessen mit Nonin Onyx
nach ca. 1 km......Puls = 120.....SpO2 = 94 %.........gemessen mit Nonin Onyx
nach ca. 2 km......Puls = 135.....SpO2 = 92 %.........gemessen mit Nonin Onyx
nach ca. 3 km......Puls = 145.....SpO2 = 90 %.........gemessen mit Nonin Onxy
nach ca. 4 km......Puls = 152.....SpO2 = 89 %.........gemessen mit Nonin Onxy
nach ca. 5 km......Puls = 172.....SpO2 = 88 %.........gemessen mit Nonin Onyx
nach ca. 6 km......Puls = 155.....SpO2 = 89 %.........gemessen mit Nonin Onyx
nach ca. 7 km......Puls = 162.....SpO2 = 89 %.........gemessen mit Nonin Onyx

Bemerkenswert war, dass nach einer viertel Stunde nach Beendigung der Fahrt der Puls immer noch auf 145 war, aber der SpO2 Wert 97 % betrug. Alle Messungen wurden bei der Fahrt mit dem Nonin Finger-Pulsoxymeter vorgenommen. Der SpO2-Wert lag also dann 2 % Punkte hoeher als vor Beginn der Fahrt. Der tiefste gemessene Punkt lag allerdings bei 88 % nach einer Steigung. Ich bin dann erst mal ein paar Meter langsam gegangen und habe versucht ruhig zu atmen um den Puls etwas herunter zu druecken, so wie ich das vom Sportschiessen her kenne.

Mein abschliessendes Urteil:
Dieses Sportgeraet ist einfach toll. Man kann "suechtig" danach werden. Man glaubt gar nicht wie leistungsfaehig man mit diesem K2-Kickboard werden kann. Es ist gerade fuer uns CF-ler sehr empfehlenswert. Man soll es aber bitte nicht uebertreiben. Ich bin zwischendurch bis an die Grenze meiner Leistungsfaehigkeit gegangen, um mich selber zu testen. Man kann es an dem "Fall" des SpO2 Wertes genau erkennen.

Der Sportler sollte immer kontinuierlich seine Geschwindigkeit fahren. Keine Spurts einlegen. Wenn er an seine Grenzen stoesst, einfach absteigen und ein paar Meter ruhig gehen. Wenn´s wieder geht aufspringen und los gehts. Ich hoffe, ich habe Euch neugierig gemacht.

4. Testfahrt

Diesmal ging es immer an dem Fluss Ruhr entlang. In Essen Kettwig sind wir gestartet. 6 km bis Essen Werden und zurueck. Die Strecke hat keine Steigungen und man muss in einer Tour "strampeln". Wir sind morgens um 9:30 gestartet. Es waren nur einige Inline-Skater unterwegs. Die Temperatur lag bei 18.00 Grad bei 1031 mB Luftdruck. Ich habe die 12 km ohne nenneswerte Pause in knapp 40 Minuten geschafft. Uebrigens ich war auch geschafft. Die Leistungssteigerung ist absolut genial mit dem K2-Kickboard. Erst 1 km, 3 km, 7 km und dann am 4. Tag schon 12 km. Ich bin begeistert und meine Frau kann es kaum glauben und ist hoch zufrieden mit mir. Ich war diesmal nicht verkabelt, habe aber gemerkt, dass es manchmal sehr eng wurde mit dem Sauerstoffspiegel im Blut. Ich habe dann wieder "einen Tritt zurueckgenommen" um wieder zu Luft zu kommen.

Nun fahre ich bereits mehrere Wochen bzw. Monate mit dem K2 Kickboard , und ich bin immer noch begeistert. Erst kuerzlich habe ich wieder mit meiner Frau am Essener Baldeney-See trainiert. Zum ersten mal bin ich da eine groessere-Strecke gefahren. Es war an einem fruehen Sonntag Morgen gegen 8:30 Uhr. Die Sonne war noch nicht so stark. Die komplette Strecke fuehrt rund um den See unter Baeumen entlang. Meine Frau und ich sind diese Strecke ohne grosse Pause gefahren.. Ich war zwar ziemlich geschafft aber auch ziemlich gluecklich diese Leistung erbracht zu haben. Ich bin froh mir dieses neue und tolle Sportgeraet gekauft zu haben.

Von der Firma K2 wurde mir nun zugesagt, dass ich 2 weitere Geraete bekommen werde. Ich werde diese dann an interessierte Mitglieder der Mailingliste jeweils fuer 2 Wochen zu Testfahrten ausleihen. Dieses Angebot kann ich aber leider nur den deutschen Teilnehmern der Liste unterbreiten. Ein Versandt ins Ausland ist leider nicht moeglich. Die Portokosten fuer die Lieferung und die Rücklieferung sind vom Auszuleihenden zu begleichen.

Ich bedanke mich hiermit heute schon mal bei Herrn Wagner von der Firma K2 fuer seine grosszuegige Hilfe.
Sobald die Sportgeraete bei mir angekommen sind, werde ich dies in der Mailingliste bekanntgeben.

Leider sind die Boards bis heute nicht hier angekommen.

Bis dahin, haltet Euch fit...............Euer Udo