Erstellungsdatum: 05.05.2005 letzte Änderung: --/----



Gehe zurück zur Hauptseite:
WWW.MUKOLAND.DE


Frühling auf Fuerteventura

von Udo Grün

Schon seit vielen Jahren fliegen Anne und ich immer wieder auf die Kanaren. In den letzten Jahren sind wir mehrfach nach Fuerteventura geflogen. Wir verbringen unseren Urlaub immer im Norden der Insel in Corralejo. Corralejo ist meiner Meinung nach die größte Touristenmetropole auf Fuerteventura. Der heute viele tausend Touristen im Jahr anlockende Ort entstand aus einem Fischerdorf. Es ist ein regelrechter Bauboom entstanden, der den Reiz des kleinen Ortes aber nicht schmälert, da die Neubauten sich immer weiter aus der Stadt hinausziehen. Fuerteventura liegt ca 85 km westlich vor der Küste Westafrikas. Die Kanarischen Inseln sind alle durch vulkanische Aktivitäten entstanden. Das Gesamtbild der Inseln ist deshalb auch durch die Vulkane geprägt. Wer auf Fuerteventura zum ersten Mal landet, ist entweder geschockt oder direkt in die Insel verliebt. Schon im Landeanflug erkennt man die karge lavafarbene Vulkanlandschaft. Es sieht trostlos aus, und so mancher Ankömmling denkt: "Ohhhh, wo lande ich denn hier?" Aber, wenn man das Flugzeug verläßt, wird man von warmer milder Frühlingsluft empfangen. Die Luft ist recht trocken, und es kann tagsüber sehr heiß werden. Auf der Fahrt in die Urlaubsorte sieht man nur öde Vulkanlandschaft und mittendrinn immer wieder Ziegen, Ziegen und Ziegen. Vor Corralejo liegen die unendlich erscheinenden fast 20 km langen Sandstände. Traumhaft weißer Sand und tiefblauer Atlantik laden den vorbeifahrenden Urlauber ein, in die Fluten zu springen. Die Hotels haben meist sehr schöne Gärten und geflegte Parkanlagen mit Palmen und Kakteen. Die Menschen sind sehr freundlich, sprechen aber wenig deutsch. Also helfen ein paar Brocken Englisch weiter. Die wichtigsten Worte in Spanisch sind schnell gelernt und das Lächeln in den Gesichtern der Kanarios erhellt sich dann meist noch mehr. Hier zuerst einmal eine Ansicht aus der Hotelanlage Sol Brisamar in Corralejo.



Hotel Sol Brisamar

Hier kann man die "Seele baumeln lassen" und den Urlaub genießen. Der Pool ist sehr gepflegt und wird jeden Morgen gereinigt. Wer nicht in den Meerwasserpool möchte, geht an die kleinen Ortsstrände oder kann sich zu Fuß auf den Weg machen, um an die langen Dünensandstrände zu laufen. Es sind ca. 2-3 Kilometer. Ein Linienbus steht natürlich gegen ein kleines Fahrgeld zur Verfügung. Wenn man zu zweit ist, kann ein Taxi fast preiswerter sein. Ca. 3,50 Euro kostet die Fahrt dorthin. Anne und ich laufen aber immer, weil der ganze Weg bis zum Strand immer an der Wasserlinie des Atlantik vorbei führt. Das ankommende Wasser prallt gegen die Lavabrocken und vernebelt sehr fein. Dementsprechend salzhaltig ist die Luft und der Mukopatient inhalliert den ganzen Tag. Er merkt schon nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung der Schleimsituation in seinen Lungen. Mir hat es vor so wie nach meiner Doppellungentransplantation immer sehr sehr gut getan. Die Küste vor Corralejo ist bekannt für seine guten Windverhältnisse. Surfer aus der ganzen Welt wissen dies zu schätzen. Bei unserem Besuch im April konnten wir wieder ein paar tolle Aufnahmen machen.



Kitesurfer an der Küste Fuerteventuras

Schon auf der Fahrt vom Flughafen zu unserem Hotel bemerkten wir, daß in diesem Jahr etwas anders war als in den Vorjahren. Die sonst verdorrten Büsche in der Lavalandschaft waren nicht trocken sondern hatten grüne Blätter. Es sah irgendwie ungewohnt dennoch schön aus. Auf einer unserer langen Wanderungen fernab aller Touristenstraßen sahen wir, daß es vor unserer Anreise längere Zeit geregnet haben mußte. Es war kaum zu glauben, es grünte und blühte an allen Ecken. Regen gibt es nur an wenigen Tagen im Jahr, hauptsächlich im November, Dezember und Januar. Wir kannten diese "grüne" Insel nur von einem Diavortrag und waren begeistert. Auch hiervon einige Aufnahmen.


Anne und Udo auf einer Blumenwiese in einer Lavasenke


Blütenzauber wohin man sah ......

Auch wenn man nur eine Woche auf Fuerteventura ist, so ist ein Besuch auf der unbewohnten Insel Los Lobbos ein "Pflichtprogramm"! Leider ist auch dieses Ausflugsziel im Laufe der Euroeinführung nicht mehr ganz so preiswert, aber immer noch erschwinglich. Kostete die Überfahrt (Hin- und zurück mit einem Glasbodenschiff) vor der Euroumstellung 8,50 DM, so kostet sie heute 10 Euro pro Person. Auf der Insel selbst gibt es einen Rundwanderweg von 7,5 km Länge. Achtung ! Sie befinden sich in einem Naturschutzgebiet, bitte bleiben sie auf den angelegten Wegen. Früher gab es hier große Kolonien von Kegelrobben. Heute sind sie hier leider nicht mehr anzutreffen. Bei 2 Versuchen vor meiner DLTX den Vulkan zu ersteigen sind wir gescheitert. Einmal hatten wir falsche Schuhe an und das andere Mal war es mir mit meiner Luftnot einfach nicht vergönnt. Diesmal sollte es klappen. Ich hatte es mir als Ziel meiner Reise gesteckt. Auf Los Lobbos angekommen, zeigte sich uns die Insel in einem freundlichen grün. Und gefiel die Insel noch einmal so gut........



sonst nur braune Lavasteine und verdörrte braune Büsche, diesmal freundlich und grün...

La Caldera heißt der Vulkan, ist 135 Meter hoch und der Aufstieg geht über einen schmalen steilen Grat an der Südflanke. Man sollte schon schwindelfrei sein, denn der Weg ist sehr schmal und es bläst ein gewaltiger Passatwind von Lanzarote über den Atlantik herüber.



Hier seht Ihr Anne und mich vor dem Aufstieg...

Wir schafften es diesmal wirklich und nach gut einer halben Stunde waren wir oben am geografischen Messpunkt auf dem Vulkan La Caldera. Die nach Norden zeigende Vulkanseite ist das Brutgebiet vieler verschiedener Seevögel.


Geschafft und fertig......

Wir hatten eine traumhafte Sicht nach Lanzarote und nach Fuerteventura. Der Aufstieg ging allerdings bei seiner Steilheit ganz schön in die Beine. Trotzdem haben wir die Aussicht genossen.


eine Fähre kommt von Lanzarote nach Fuerteventura


links Blick auf Fuerte und rechts Blick auf Lanzarote

Hier auf der Insel ist die Natur noch in Ordnung. Als Anne und ich in der kleinen Sandbucht eine kleine Pause machten, um unser mitgebrachtes "Mittagessen" zu verzehren, kam sofort ein kleine Echse aus den Lavasteinen und setzte sich frech auf Annes nackten Fuß. Leider hatte ich so schnell nicht meine Kamera zur Hand , um dieses Schauspiel zu fotografieren. Anne hingegen hatte größeres Glück und konnte dieses Foto von einem gar nicht scheuen Strandläufer machen, der bis auf Armlänge an uns herankam.


Vögel auf Los Lobbos ohne Scheu

Überall auf Fuerteventura kann man eine ganz besonders schöne Tierwelt beobachten. Fuerteventura war einst Standort der Fremdenlegion. Als vor vielen Jahren der Standort aufgelöst wurde, ließen viele Söldner ihre Haustiere laufen, weil sie diese nicht mit nach Frankreich nehmen konnten. Es waren Streifenhörnchen. Sie haben auf der Insel keine Feinde z. B. Greifvögel, und vermehren sich deshalb sehr schnell und problemlos. Bei einer Rundfahrt im letzten Oktober steuerten wir eine Stelle an von der ich wußte, daß dort besonders zahme Tiere anzutreffen waren. Anne und meine Schwiegermutter hatten besonders großes Vergnügen, als ihnen die kleinen Kobolde aus der Hand fraßen.


Handzahme Streifenhörnchen....


eine Hinterlassenschaft der Fremdenlegion auf Fuerteventura

Sie sehen, es gibt immer etwas Tolles zu sehen auf Fuerteventura. Die Natur ist einfach herrlich, und wir haben sie sehr genossen. Die Kanaren sind immer eine Reise wert, besonders für Menschen mit Luftproblemen. Es gibt so gut wie keine Industrie und die Luft ist dementsprechend sauber. Wir sind jedesmal rundum erholt und genießen unsere Zeit in Corralejo. Die Temperaturen waren im April erträglich mit 22-26 Grad im Schatten. Es war die reinste Frühlingsluft auf Fuerteventura. Im Oktober letzten Jahres stieg das Thermometer bis auf 37 Grad. In der Mittagszeit konnte man sich da einfach nur "verkriechen" und nichts unternehmen. Versuchen sie es doch auch einmal und machen einen Klimaurlaub auf den Kanaren, die nicht viel teurer sind, als ein Urlaub z.B. auf Mallorca.



Anne und ich wünschen Ihnen dabei viel Vergnügen und gute Erholung.