Erstellungsdatum: 09/1999 letzte Änderung: --/----



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Klimaurlaub im Sued-Osten von Fuerteventura

von Udo Gruen

Am 31.08.1999 starteten wir erneut zu den Kanarischen Inseln. Diesmal hatten wir uns das kleine Fischerdoerfchen Tarajalejo im Sued-Osten von Fuerteventura ausgesucht. Im Gegensatz von Corralejo mit seinen langen weissen Sandstraenden im Norden, verfuegt Tarajalejo ueber eine ca 1 km lange Bucht mit schwarzem Sand und glattem Kies dazwischen. Am Tage unserer Ankunft waren wir zuerst etwas geschockt. Vom Flughafen aus fuhren wir erst mal in Richtung Südinsel. Die Fahrt ging streckenweise durch menschenleeres Gebiet. Es ging auch durch einige Hoehenzuege. Nach knapp 1 Stunde Fahrtzeit kamen wir in eine Bucht. Aus dem Gebirge ging ein ca. 20 Meter breites ausgetrocknetes Flussbett in Richtung Atlantic. Links vom Flussbett lag unmittelbar am Atlantic das kleine Fischerdorf Tarajalejo. Es waren ca. 25 bis 30 Haeuser mit 4-5 kleinen spanischen Bars und einem grossen tollen Supermarkt.


Das ist der alte Ortskern von Tarajalejo

Auf der rechten Seite des Flussbettes lag das Clubhotel Tofio (all inclusive). Rings um die Bucht herum nur "verbranntes Land" und vulkanische Berge. Ausserdem hatten wir eine Hitzewelle erwischt. Es war zur Zeit unserer Ankunft schwuelwarm bei 40 Grad Luft und sage und schreibe 30 Grad Wassertemperatur. Nun aber zuerst zum Clubhotel Tofio. Es ist eine Apartmentanlage mit ca. 500 Betten. Die Clubanlage ist groesser als das gesammte Dorf Tarajalejo. Sie liegt nur 50 Meter vom Meer entfernt und ist sehr schoen gestaltet. Die Kosten liegen bei ca. 1600 DM pro Person im Apartment fuer 14 Tage. Hier ist alles inclusive. Morgens gab es ein gut bestuecktes Fruehstuecksbueffet. Mittags gab es ein Fisch- und ein Fleischgericht. Abends ein sehr reichhaltiges kalt/warmes Bueffet. Es fehlte nichts. Vorsuppe, Hauptspeisen, Salate, Obst und viele bunte Kuchen. Alle Getraenke sind natuerlich auch im Preis mit enthalten.

Das Angebot des Hotels ging aber noch weiter. Jeder Besucher konnte sich jeden Tag kostenlos zu den weissen Sandstraenden der Costa Calma fahren lassen. Jeder Besucher hatte kostenlos fuer einen Tag einen Mietwagen und fuer einen Tag Mountenbikes. Im Ort gab es ein Meerwasseraquarium, natuerlich gab es fuer jeden Gast hierfuer Freikarten. Jeden Donnerstag wurde eine kanarische Nacht veranstaltet. Livemusik und kanarisches Bueffet.

Aber es ist eben ein "Clubhotel". Animation von Morgens bis Abends (Teilnahme ist aber wirklich freigestellt). Animation bedeutet nicht nur morgens Minigolfturnier, mittags Poolgames, Volleyball, Tennis, Tauchkurse, Luftgewehrwettbewerbe, u.s.w. sondern auch Animation in den Abendstunden. Diese fand immer in der Poolbar der 3 Poolanlagen statt. Hier gab es unter freiem Himmel ca. 450 Sitzplatze und eine Buehne. Das Programm beginnt um 20:30 Uhr und endete immer gegen 23:00 Uhr. Die Buehne verfuegt ueber eine gute Verstaerkeranlage und die Animateure ueber Mikrophone. Was ich damit sagen will: "Wer abends nicht in der Poolbar ist und mitmacht, der hat schlechte Karten." Schlafen kann man erst nach Ende des Programms........wenn man in der Naehe dieser Poolbar wohnt.

Es gibt auch ab 23 Uhr eine Diskothek. Hier muessen allerdings die Getraenke bezahlt werden. Zur Poolbar: Sie ist von 11:00 Uhr - 23:00 Uhr geoeffnet. Hier gibt es fast alle Getraenke. Vorsicht, bei Mixgetraenken ist der Alkoholanteil mindestens 50 %. Auch hier sind alle Getraenke kostenlos !


Die grosse Poolbar (Abendanimation)

Nun noch etwas zur Poolsituation. Es gibt drei Poolanlagen. Jeden Morgen wird alles gesaeubert und der Boden der Pool´s abgesaugt. Jeden Morgen (teilweise vor Sonnenaufgang) legen die "Herren und Damen" ihre Badetuecher auf die Liegen. Anne und ich konnten das nicht verstehen, aber es ist wohl ueberall so. Moechten sie lieber hier den ganzen Tag liegen.....?


Die kleinere Poolanlage von unserem Balkon aus...

Oder moechtet Ihr lieber hier liegen. Das ist die Bucht von Tarajalejo. Hier lagen wir Morgen fuer Morgen mit hoechstens 10 Personen auf einer ungefaehrt 1 km langen Sandstrandanlage. Der einzige optische Nachteil sind die Kiesel zwischen dem Sand. Diese haben aber auch einen Vorteil. Das Wasser ist glasklar. Man kann die Fischschwaerme sehen, die einen beim Schwimmen umkreisen. Wir fanden die Ruhe und die salzhaltige Luft einfach traumhaft.


Unsere Bucht bei Sonnenaufgang aus dem Wasser heraus fotografiert


Unser Strand menschenleer und traumhaftes Wasser

Zum Klima im Sued-Osten:
Also in den 14 Tagen hatten wir keinen Regen. Es hatte dort aber bestimmt schon ein Jahr nicht mehr geregnet. Das breite Flussbett mitten im Dorf war von Bueschen bewachsen. Die Temperaturen lagen Tagsueber zwischen 30 und 40 Grad. Die Wassertemperatur lag bei 26-30 Grad. Die Luftfeuchtigkeit war bis auf einen Tag sehr gering. Im Sued-Osten war allerdings der Wellengang wesentlich ruhiger als im Norden. Dadurch wurde das Salzwasser auch nicht so stark vernebelt wie in Corralejo. Also bin ich beim Strandspaziergang auch immer an der Wasserlinie entlanggelaufen. Bei auflaufender Flut wurden die Wellen allerdings doch etwas staerker. Sie erreichten aber lange nicht die Intensivitaet wie im Norden der Insel.

Natuerlich sind Anne und ich auch wieder auf einen Vulkan gestiegen. Der Aufstieg liegt sofort am Dorfrand. Man kann den ersten Teil auf einer Jeepstrecke gehen. Bis zum ersten Gipfel sind es bei schnellem Schritt ca. 30 Minuten. Aber geht bitte frueh morgens los. Wir haben den Fehler gemacht, und sind erst um 9.00 Uhr gestartet. Es ist dann schon eine Qual mit Rucksack bergauf zu gehen. Auf dem ersten kleinen Gipfel stehen die Fernseh- und Funktelefonantennen des Dorfes, und man hat einen guten Ausblick auf das Dorf.


Tarajalejo vom Berg aus gesehen.

Ueber einen Grad geht es weiter zum naechst hoeheren Gipfel. Hier war die Aussicht super. Allerdings waren wir auch durchnass geschwitzt. Man sollte in dieser Gegend immer genug zu trinken mitnehmen. Die Fluessigkeitszufuhr ist aeusserst wichtig. Insgesamt braucht man bis zum 2. Gipfel ca. 1 Stunde bei guter "Trittgeschwindigkeit". Man kann dann auch noch auf einen weiteren 3. Gipfel gehen. Aber hierfuer muesst ihr mindestens 2-3 Stunden einberechnen.


Udo und Anne nassgeschwitzt und "fertig" auf dem 2. Gipfel


Fuer die Anstrengung wird man mit einem tollen Ausblick belohnt

Die Verkehrsanbindung des Fischerdorfes Tarajalejo:
Vom Hotel aus fahren jeden Morgen 4 kostenlose Busse zu den weissen Sandstraenden der Costa Calma. Diese fahren stuendlich ab 9.00 Uhr. Mit oeffentlichen Verkehrsmitteln kann man in die suedliche Haupturlauberstadt Morro Jable fahren. Die Fahrtzeit dauert knapp 1 Stunde und kostet pro Person 370 Pst. das sind ca 3,80 DM. Die Fahrt dorthin ist landschaftlich sehr sehr schoen. Unterwegs gibts auch einen Zoo und einen Camel-Safari-Park. Aber Urlauber mit schwachen Nerven sollten die Linienbusse auf der Insel meiden. Ich hatte manchmal das Gefuehl, dass in den Bussen mehr gebetet wird wie in einer Kirche. Der spanische Fahrstil ist als aeusserst temperamentvoll zu bezeichnen. In Morro Jable gibt es viele Geschaefte, ein Shoppingcenter und Donnerstag einen schwarz-afrikanischen Wochenmarkt. Hier wird alles angeboten, was die Produktpiraterie zu bieten hat. Morro Jable hat auch eine Altstadt mit kleinen spanischen Bars und Bodegas. Besonders blumengeschmueckt fand ich das Hotel Palm-Garden.


Hotel Palm-Garden in Morro Jable

Man kann dort auch auf der Strandpromenade einen tollen langen Spaziergang machen. Bitte immer gut eincremen. Die Sonne ist erbarmungslos und brennt von frueh bis spaet. Von Tarajalejo aus geht auch ein Linienbus in das 16 km entfernte Gran Tarajal. Fahrtpreis pro Person 210 Pst. das sind ca. 2,50 DM. Man faehrt an schoenen Bergen vorbei und kommt in ein etwas groesseres Fischerdorf, ja in eine kleine Stadt. Aber hier ist der "Hund begraben". Obwohl wir kein Hotel entdecken konnten, ist der grosse Stadtstrand in der Bucht von Gran Tarajal absolut kiesfrei und sauber gewalzt. Wenn man dort aber 1-2 Stunden durch die Strassen gewandert ist freut man sich auf den Bus der Linie 01, der einen dann wieder nach Tarajalejo bringt.


Der gewalzte Stadtstrand von Gran Tarajal

Von Tarajalejo aus kann man auch mit der Linie 01 bis in die Hauptstadt Porto del Rosario fahren. Aber auch hier gibt es nicht allzuviel zu sehen. Wenn man Glueck hat, hat gerade ein Kreuzfahrtschiff angelegt. Mehr gibt es aber da nicht zu bewundern. Man haette allerdings die Moeglichkeit von Poerto del Rosario aus mit der Linie 05 nach Corralejo zu fahren. Hier ist dann aber auch etwas los. Nur wird man dann insgesamt 2 Stunden unterwegs sein.

Nun moechte ich zum Schluss noch einige Bilder der Parkanlage des Clubhotel Tofios zeigen. Innerhalb der Anlage blueht alles wunderbar. Palmen wachsen praechtig. Es ist einfach traumhaft schoen. Aber erschreckt Euch nicht, wenn Ihr auf den Kanaren die Hotelanlagen verlasst. Die Inseln heissen nicht umsonst "Inseln mit verbranntem Land". Na, hab ich Euch Lust auf Urlaub gemacht......schoen.


Palmen in der Anlage


Strelizien im Garten


Bluehende Baeume und Buesche in der Anlage

Alles in allem hatten wir einen sehr schoenen Urlaub. Wir haben uns an dem sehr ruhigen Strand von Tarajalejo sehr erholt. Wir wuerden dennoch den Norden der Insel und hier besonders das Hotel Brisamar in der Stadt Corralejo bevorzugen. Hier ist eben mehr los und es gibt immer was zu sehen. Die Ausflugsmoeglichkeiten sind auch viel groesser.

Hier nun noch einige besonder schoene Fotos von der Inselrundfahrt:









Wenn ihr Fragen habt dann schreibt einfach an:
Mail an Udo Grün