Erstellungsdatum: 01/12/2001 letzte Änderung: 26/09/2003



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Flüssigsauerstoff in Flugzeugen

Auch Patienten, die mit Flüssigsauerstoff versorgt werden, möchten vielleicht mal -innerhalb Deutschland´s- verreisen. Es kann sein, dass die Reise mit dem Auto oder Zug einfach zu lang für den kleinen portabelen 1 Liter Tank von Linde ist. Nicht jeder Patient hat das Glück, auch einen 20 Liter Tank für das Auto zu haben. Wenn dann am Zielort die Sauerstoffversorgung sichergestellt ist, bleibt manchmal ein schneller Flug die Alternative. Doch nun fängt der Bürokratismus an. Wie komme ich durch die Sicherheitskontrolle ? Komm ich überhaupt mit dem gefüllten Gerät ins Flugzeug ? Linde hatte hier vorgesorgt. Sie hatte einen Antrag beim Luftfahrt-Bundesamt gestellt. Ein Gerät wurde hier bei der Bundesanstalt für Materialforschung geprüft. Das Luftfahrt-Bundesamt hatte die Mitnahme eines gefüllten Gerätes (max. 1 Liter) als Handgepäck in der Kabine genehmigt. Die Ausnahmegenehmigung hatte das Zeichen U6/ 439.05 /01.

Es gab für den Flugreisenden einige Regeln, die unbedingt zu beachten waren.

  • Die Flüssigsauerstoffmenge durfte höchstens 1 Liter betragen

  • Die zusätzliche Einwilligung des Luftfahrtunternehmens war einzuholen. (Zur Vermeidung von Problemen mit den Sicherheitskräften wurde empfohlen, die Mitnahme eines solchen Gerätes bei der Flugbuchung anzugeben).

  • Eine Kopie dieser Genehmigung sollte der Passagier mitführen

Die Ausnahmegenehmigung war bis zum 30.04.2003 gültig ! Von einer Verlängerung dieser Ausnahmegenehmigung des Luftfahrtbundesamtes hat die Firma Linde nach heutiger telefonischer Rücksprache mit Herrn Ibel in München aus wirtschaftlichen Gründen abgesehen. Die Ausnahmegenehmigung wurde so selten genutzt, daß die 6000 Euro für eine Verlängerung in keinem wirtschaftlichem Verhältnis stehen.



Holger Heinrichs aus Solingen hat beim Luftfahrt-Bundesamt nachgefragt, ob eine Ausnahmegenehmigung bezgl. der Sauerstoffversorgung im deutschen Luftverkehr zu bekommen ist (MItnahme des Linde-Shuttles). Die Antwort findet Ihr unter diesem Text. Eine Ausnahmegenehmigung gibt es nicht mehr. Man kann zur Zeit nur noch mit dem von den LVG´s bereitgestellten Sauerstoff fliegen.


Sehr geehrter Herr Heinrichs,

so leid es mir für Sie persönlich tut aber in diesem Fall sind wir schon gegen sämtliche Betonmauern gelaufen.

Hier eine Zusammenfassung des Ablaufes von Beginn an:

a) 1. Vorstellung des Gerätes Linde-Heimox (zukünftig nur noch GLH genannt), Sept.1996.

b) Vortrag und Antrag unsererseits beim ICAO Working Panel vom 28.-31-Okt.1996 in Wien zur Zulassung als Handgepäck. (Wurde von allen Members abgelehnt.)

c) Nach Zusage eines Alleinganges des LBA einer Zulassung für innerdeutsche Dienste wurde dann am 23.01.1997 von der Fa. Linde ein Antrag gestellt welchem am 06.02.1997 entsprochen wurde.

d) Da keine Luftverkehrsgesellschaft (LVG) verpflichtet werden kann Gefahrgüter (auch das GLH fällt darunter) zu transportieren, liegt es letztlich bei der LVG, zu entscheiden ob das GLH mit dem Passagier transportiert wird. ( Zum besseren Verständnis; Ohne unsere Genehmigung dürften sie es auf keinen Fall andererseits können wir auch niemanden zwingen)

e) Anfangs 1997-98 haben auch einige Airlines, welche keine eigene Sauerstoffversorgung für Patienten zur Verfügung stellen konnten unsere Genehmigung gerne zur Hand genommen.


Zwischenzeitlich bieten fast alle LVG`s eigene Sauerstoffversorgung an, logischerweise mit Mehrkosten verbunden. Daher hat auch die Fa. Linde Healthcare keinen Verlängerungsantrag mehr gestellt.

(Vom Sicherheitsstandpunkt gesehen verständlich, da jede Art von frei transportiertem Sauerstoff ein Gefahrenpotiential im Flieger darstellt. Anderseits ist das GLH in einer Art und Weise konstruiert, dass die größtmöglichste Sicherheit wiederum geboten ist.)

Ihnen jetzt eine erneute Ausnahme-Genehmigung zu erteilen wäre zum heutigen Zeitpunkt zwecklos, da wie oben schon erwähnt fast jede LVG eigene Versorgung anbietet und damit unsere Genehmigung nicht akzeptieren würde.

Zudem kommt hinzu, dass eine kostenfreie Genehmigung in solchen Fällen die Luftkost-Verordnung auch nicht hergibt und somit erst eine Gesetzesänderung der LuftKostV. vollzogen werden müsste und wie lange dies dauern würde in der heutigen Zeit kann wohl niemand so richtig beantworten.

Trotz negativer Bescheinigung hoffe ich Ihnen etwas geholfen zu haben und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen Walter Mühlböck


Ps.:
Der einzige Vorschlag welcher mir im Moment einfällt, fragen Sie einmal bei anderen LVG nach, vielleicht gibt es einen Anbieter welcher nicht gerade EUR 100,-- verlangt.