Erstellungsdatum: 05/04/2007 letzte Änderung: --/--/2007



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5 Jahre Doppellungentransplantiert !


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In meinem Bericht vom 05. April 2006 habe ich Euch darüber berichtet, dass es größere Komplikationen gab, die durch einen unentdeckten Gallenstein verursacht wurden. Meine Leberwerte waren 2005/Anfang 2006 so hoch (GammaGT über 1000), dass ich mehrfach ins Krankenhaus musste. Nachdem der Gallenstein entfernt wurde, besserten sich meine Blutwerte zusehend. Zur Zeit liegt der GammaGT bei 39! Über das Jahr von April 2006 bis heute im Mai 2007 kann ich eigentlich nur Gutes berichten. Anne und ich verlebten erstmals ein komplettes Jahr ohne nennenswerte Probleme. Natürlich habe ich immer noch große Angst um meine Nierenwerte, denn sie sind durch die Niereninsuffizienz nach wie vor erhöht. Nach der Gallensteinentfernung lag der Creatinin-Wert mehrere Monate knapp unter 2 mg/dl. Im Moment hat er sich bei 2 mg/dl eingependelt. Mein Nephrologe ist sehr zufrieden mit den Werten. Ich bin jeden Monat bei ihm zur Kontrolle. Nur so ist eine korrekte Blutdruckeinstellung möglich. Er ist sehr darum bemüht, das er optimal eingestellt ist. Erst vor drei Monaten hat er meinen ACE Hemmer absetzten müssen, weil der Kaliumwert über die Norm anstieg. Hierfür haben wir nun Blopress 4 mg täglich eingesetzt. Mein Blutdruck ist nun wirklich vorzüglich. Im Schnitt liegt er bei 110/60. Das haben meine "Nierchen" gern, und danken es mit einem absolut konstanten Creatininwert um die 2,00 mg/dl. So kann es weitergehen. Damit möglichst keine Gallensteine mehr entstehen, nehme ich täglich 3 Ursofalk Kapseln am Abend ein.

Zu meiner Lungenfunktion im vergangenen Jahr sei folgendes gesagt: In der schlechten Zeit vor meiner Gallensteinentfernung konnte ich ja fast ein Jahr nicht so mein Training absolvieren, wie ich es gerne getan hätte. Das zeigte sich bei meiner Lungenfunktionskontrolle in Hannover 2006. Der MEF25-Wert war deutlich abgefallen. Das ist der Wert der kleinen Atemwege. Wenn der abfällt, könnte das auch ein Zeichen für eine chronische Abstoßung sein. Da aber alle anderen Parameter meiner Kontrolluntersuchung stimmten, verlangte die MHH nur eine örtliche Kontrolle nach 8 Wochen. In der Zwischenzeit trainierte ich wieder jeden Tag. In meiner Ambulanz in Düsseldorf wurde dann die Kontrollmessung vorgenommen. Die 8 Wochen Training zeigten ihre Wirkung. Der MEF25 Wert war wieder vollkommen normal. Ich konnte nun das ganze Jahr auf dem Ergometer durchtrainieren und nun bei dem schönen Wetter beginnt auch wieder das Nordic-Walking Training. Hier mal die Grafik eines FEV1 Durchschnittsmonats:





Wie ihr sehen könnt, mache ich immer noch täglich meine Messungen, denn ich bin sehr an den Auswertungen interessiert. Der AM1 Lungenfunktionsmonitor wird ja bei jedem Kontrolltermin in Hannover ausgelesen. Erst in der letzten Woche waren Anne und ich in Hannover. Die Messkurve der letzten 6 Monate zeigt auf dem Papier fast einen gerade Strich konstant um die 5,00 Liter FEV1. Davon konnte sich auch der Arzt überzeugen. Aus irgend einem Grunde war ich bei der FEV1 Messung dort nicht so ganz gut drauf. der FEV1 Wert lag sage und schreibe 0,15 Liter unter dem vom letzten Mal in der MHH. Direkt erntet man als Patient "düstere Blicke" und es wird laut über eine Bronchoskopie nachgedacht. Ich hatte die ganze Nacht zuvor sehr schlecht geschlafen und war wohl einfach mal nicht so gut drauf. In meinen Augen ist das auf keinen Fall ein Grund für eine Bronchoskopie, denn das Protokoll des AM1 der letzten 6 Monate sprach klare Worte. Konstanter können Werte wohl kaum sein Herr Doktor. Erst als die Blutergebnisse vorlagen und in Ordnung waren, wurde der Bronchoskopiegedanke fallen gelassen. Allerdings muss ich meine Lufu in 8 Wochen in meiner Düsseldorfer Ambulanz zur Kontrolle wiederholen. OK, damit kann ich gut leben. Allein die letzten 2 Tage hier zu Hause lag mein FEV1 wieder bei 5,10 Liter. Einfach super und darüber freuen wir uns sehr.


Nun noch etwas über unsere Urlaubsaktivitäten. Anne und ich genießen natürlich die sorglose Zeit und fahren so oft es die Zeit und der Geldbeutel zu lässt in den Urlaub. Im Sommer 2006 machten wir noch eine Woche Radurlaub am Bodensee. Zusammen mit meinem Bruder und unserer Schwägerin genossen wir das gute Wetter bei unseren Radtouren am Bodensee. Hier macht Fahrradfahren noch Spaß. Kaum Berge, flaches Land entlang des See's. Überall kann man einkehren um Rast zu machen. Einfach traumhaft. Für November 2006 hatten wir etwas ganz besonderes geplant. Mit unseren Söhnen Markus und Rene, deren Frauen Petra und Gitte und unseren Enkeltöchtern ging es ab nach Fuerteventura. Wir verbrachten eine tolle Woche mit viel Strand, Sonnenschein und Spaß. Es war einfach eine gelungene Sache und absolut wiederholenswert. Hier ein paar Fotos von der Reise:





Opa Udo und die 3 Mäuse am Strand von Fuerte




Die ganze Familie vor dem Hotel




3 gutgelaunte Enkeltöchter

Am 19.März diesen Jahres ging es erneut für 14 Tage nach Corralejo auf Fuerteventura. Anne und ich wollte meinen 5. Geburtstag ganz alleine dort verbringen und die Zeit genießen. Es war diesmal nicht so ganz heiß mit 20-23 Grad im Schatten. Anne freute sich darüber sehr, da sie immer große Sonnenallergieprobleme hat. Der Wind war manchmal so kalt, dass wir nur mit Windbreaker unsere Strandspaziergänge machen konnten. 2-3 Meter hohe Welle liessen den Atlantic brodeln. Trotzdem war es eine sehr schöne Zeit, die wir sehr genossen haben. An meinem Geburtstag machten wir ein Sektfrühstück direkt am Atlantik und ließen uns dazu köstliche Tappas-Spezialitäten servieren und schmecken. An drei Tagen hatten wir auch einen Mietwagen und erkundeten erneut die Insel auf eigene Faust. Auch hier einige Impressionen:





Ein Tal im Süden der Insel Fuerteventura




Anne und ich im Zoo von Fuerteventura




Kamele auf einem Hügel des Zoo's




Die Insel Los Lobbos zwischen Fuerteventura und Lanzarote im Abendlicht




Der Hafen von Corralejo im Hintergrund die Feuerberge von Lanzarote




Beim Heimflug in 12.500 Meter Höhe über dem Atlantic

Wie Ihr seht, hatten wir ein gutes Jahr ! Wir konnten die Zeit diesmal wirklich genießen. Wir hoffen fest, dass die gute Zeit nun überwiegt und wir noch einige Jahre zusammen verbringen dürfen. Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass die Transplantation genau zum richtigen Zeitpunkt geschah. Meine Gedanken sind immer noch sehr oft bei meinem unbekannten Organspender. Ich danke ihm sehr für seine Entscheidung. Ich verabschiede mich von Euch und hoffe auch im nächsten Jahr einen weiteren Bericht schreiben zu können.


Euer Udo Grün