Erstellungsdatum: 01/07/2006 letzte Änderung: --/--/2005



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4 Jahre Doppellungentransplantiert !


Liebe Mukoland-Besucher !

In meinem Bericht vom 29. März 2005 erwähnte ich, dass das Jahr 2004 nicht so unbedingt "mein Jahr" war. Leider hatte ich auch im Jahr 2005/2006 wieder gesundheitliches Pech, so das ich sogar mehrfach ins Krankenhaus musste. Gottseidank war die Lunge nie betroffen, aber andere Dinge machten mir schwer zu schaffen. Im März 2005 verlebten Anne und ich noch einen schönen Urlaub auf Fuerteventura und feierten dort meinen 3. Geburtstag.




Schon Ende April konnte ich auf meinem rechten Ohr wieder nichts mehr hören. Mein Hals-Nasen-Ohren Arzt untersuchte mich mehrfach und wartete noch bis Mitte Mai ab. Er wollte mir nicht sofort wieder Antibiotika geben. Ab dem 20 Mai ging es nicht anders, und ich bekam wieder Grüncef 1 Gramm. Leider nützte dies nichts. So entschloss sich der HNO Arzt nach Rücksprache mit der MHH dazu, mir ein Paukenröhrchen einzusetzen. Unter örtlicher Betäubung ritzte er das Trommelfell wenige Millimeter auf, um das Paukenröhrchen einzusetzen. Sofort lief die Gewebeflüssigkeit ab, und ich konnte von einer Minute auf die Andere sofort laut und deutlich hören.Das Röhrchen ist heute noch in meinem rechten Trommelfell. Es wird alle paar Wochen auf den korrekten Sitz überprüft. Seither habe ich im Ohr keine Probleme mehr.





Erfreulich war meine höchste FEV1 Messung am 24.10.2005. Mir ging es zu dieser Zeit richtig gut und ich traute an diesem Morgen meinen Augen nicht, als ich den Wert von meinem AM1 in mein Statistik Programm übernahm. 5,39 Liter war meine persönliche Bestleistung, gleichwohl ich fast immer knapp über 5 Liter liege. Hier der ultimative "Beweis" ;o)




Am 22. Nov. bekam ich plötzlich und ohne erkennbaren Grund starke Schmerzen im Bauchraum, die bis in den Rücken austrahlten, und hohes Fieber. Die Temperatur ging über 40 Grad-Celsius. Die Nacht auf den 23. war sehr schlimm. Am nächsten Tag kam mein Hausarzt, konnte aber keinen Grund finden. Ich hatte morgens schon Blut abgenommen, welches er direkt ins Labor schickte. Die Leber- und Nierenwerte waren komplett ausser Kontrolle. Der Gamma-GT lag bei über 800. Mein Arzt bekam die Ergebnisse am Morgen des 24. November. Er schickte mir umgehend einen Krankenwagen, der mich ins Helios Klinikum brachte. Anfänglich hatte ich dort noch starke Schmerzen im Bauchraum. Die Lunge arbeitete aber einwandfrei. Viele Untersuchungen folgten. Man entdeckte Gries in der Galle, schenkte diesem Ergebnis aber keine Beachtung. Dafür entdeckte man einen Proteus mirabilis und einen Koli E im Harn. Der Oberarzt meinte, dass die hohen Blutwerte daher kommen könnten. In Absprache mit der MHH bekam ich vom 29.11.2005 bis zum 03.12.2005 Ampicilin Ratio 1000. Anne überraschte mich am 29.11.2005 mit diesem Kuchen in Herzform und einem Herz mit der Aufschrift 44 Monate DLTX:



Der Keim wurde in einer abschliessenden Untersuchung nicht mehr gefunden. Mir ging es wieder besser. Leider mussten Annemarie und ich durch den Krankenhausaufenthalt einen geplanten Urlaub auf Lanzarote 2 Tage vor Abflug absagen. Knapp 800 Euro Stonierungskosten waren fällig. Gottseidank übernahm eine Versicherung bis auf 200 Euro diesen Schaden.

Immer wieder kam es zu kurzen Fieberschüben und Schmerzen im Bauchraum. Sie dauerten nur jeweils wenige Stunden. Mein Hausarzt fand auch mit Ultraschalluntersuchungen keine Ursache. Mir war ständig übel und ich war Wochen und Monate schlapp und müde. Die Leberwerte wollten einfach nicht sinken.

Ende Januar 2006 kam noch eine ganz böse Geschichte hinzu. Ich kam morgens ins Bad und hatte ein komisches Gefühl in der rechten Gesichtshälfte. Als ich in den Spiegel schaute, haute es mich fast um vor Angst. Das rechte Auge und der Mundwinkel hingen herunter, und ich bekam mein Auge gar nicht mehr geschlossen. Ich dachte sofort an einen Schlaganfall und lies mich von Anne sofort zum Hausarzt fahren. Auch der war erst erschrocken, stellte aber schnell klar, das es sich "nur" um eine Partial Parese (Gesichtslähmung) handeln konnte. Ich sass schon 1 Stunde später beim Neurologen, der die Diagnose bestätigte. Ausgelöst wurde diese Lähmung durch einen Herpes Zoster Virus. Ich bekam vom 01.-05.02.2006 täglich 100mg Decortin-H. Vom 06.-08.02.2006 täglich 50 mG Decortin und vom 09.-10.02.2006 täglich 25 mG. Vom 11.-13.02.2006 nocheinmal 12,5 mG Decortin. Ab dem 14. war ich wieder auf meiner normalen Tagesdosis von 7,5 mG. Hannover war die ganze Zeit in die Behandlung mit eingeschlossen. Gesichtsgymnastik lies die Lähmung schnell zurückgehen. Ich konnte in dieser Zeit keinen FEV1 Wert messen, weil ich den Mund nicht um das Mundstück schliessen konnte. Heute sieht man nichts mehr von dieser Lähmung, gottseidank !!!!

In der ganzen Zeit war es mir wie beschrieben immer wieder schlecht und übel. Ich war auch weiterhin immer müde und schlief sofort ein, wenn ich mich nur in einen Sessel setzte. Auch kamen die Bauchschmerzen immer wieder. Aber meine Ärzte fanden nichts ! Am 24.02.2006 bekam ich am späten vormittag so starke Schmerzen, dass ich nicht mehr ein noch aus wusste. Anne war bis 14 Uhr arbeiten. Ich wollte keinen Notarzt rufen und wartete eisern, bis Anne kam. Ich bat sie, mich sofort in ein anderes Krankenhaus zu bringen. Die Fahrt zum Bethesda war die Hölle und ich hätte das Auto vor Schmerzen zusammenbrüllen können. In der Notaufnahme sagte ich der Ärztin, das ich Gallensteine vermuten würde. Sie schaute mich ungläubig an. Zuerst bekam ich einen Tropf Novalgin gegen die Schmerzen. Die Kolik liess nach ! So recht wollte mir die Arztin nicht glauben. Die Leberwerte waren wieder bei über 800 und der Creatinin bei 3,5......viel zu hoch ! Sie entliess mich mit einer Flasche Novalgin Tropfen und ich sollte am Montag wiederkommen. Es sollte eine Magenspiegelung gemacht werden. Gerade zu Hause angekommen, fing die nächste Kolik an. Ich nahm sofort 40 Tropfen und sie wurde im Ansatz "erstickt".

Sonntags wurde die Spiegelung telefonisch auf den Dienstag verschoben, da der Montag Rosenmontag war ;o). Gut, den Tag schaffe ich auch noch. Dienstag morgen kam ich in der ambulanten Chirurgie an und bekam ein Einzelzimmer. Der Oberarzt macht die Magenspiegelung und sagte mir hinterher, dass alles ok sei. Ich erklärte ihm die Sachlage genau und er glaubte dann auch an meine Selbstdiagnose Gallensteine, da alle Symthome dafür sprachen. Der Urin färbte sich nach Koliken wie Malzbier, der Stuhl entfärbte sich, die Leber und Gallenwerte stiegen nach den Koliken stark an. Nun endlich glaubte mir jemand !!! Sofort bekam ich Ursofalk und die Lage entspannte sich erst mal kurz. Er setzte für den 15.März eine MRCT Untersuchung an. Am 11.03. hatte ich wieder eine starke Kolik. Am nächsten Tag ging es mir sehr schlecht. Die MHH ordnete 5 Tage Augmentan an um den CRP zu senken, denn es stand ein geplanter 2. Reiseversuch nach Lanzarote an. Am 15.03.2006 wurde im Bethesda endlich die MRCT Untersuchung gemacht. Leider sollte das Ergebnis erst in der kommenden Woche fertig sein.

Da ich mit Anne am 19.03. fliegen wollte, ordnete Hannover einen "Sicherheitsblutuntersuchung" an. Die Werte hatten sich verbessert, und Anne und ich durften fliegen. In der ersten Woche ging alles gut. Wir hatte super Wetter und ich erholte mich schnell.




Aber am 26.03., 01.04. und 03.04. erwischten mich auf Lanzarote 3 weitere Koliken. Gottseidank hatte ich Novalgintropfen mit und konnte mir damit weiterhelfen. Der Rückflug am 04.04. war die reine Hölle. Schmerzen und Übelkeit auf dem 4 1/2 stündigen Flug.

Dienstags ging ich direkt zum Hausarzt. Er eröffnete mir, das ich einen 1 cm dicken Gallenstein im unteren Gallengang stecken hätte, der den Abfuss der Gallenflüssigkeit total unterband. Der Stein müsse sofort raus, da die ewige Entzündung auch nicht gut für meine immer noch sehr gut arbeitende Lunge sei. Sofort setzte ich mich mit Hannover in Verbindung um alles abzuklären. Sie ordneten an, dass der Stein mittels ERCP entfernt werden sollte. Vorher und einen Tag danach sollte eine Infusion mit Taxobak 4,5 erfolgen, damit keine Bauchspeicheldrüsenentzündung entstehen könne. Der gleiche Oberarzt des Bethesda gab mir sofort einen OP Termin für den 07.04.2006. Morgens um 7.00 Uhr bekam ich die Infusion. Um 8.00 Uhr kam ich ins OP. Dr. Pfeiffer war sehr optimistisch. Er legte mich schlafen. Nach ca. 45 Minuten war ich wieder wach und er berichtete mir, dass der Stein weg sei. Er war mit dem Endoskop durch die Speiseröhre, durch den Magen, in den Zwölffingerdarm gegangen. Dort weitete er mit einem kleinen Schnitt die Papille, um mit dem Endoscop in den Gallengang eindringen zu können. Das ganze geschieht unter Röntgenkontrolle. Die Gallengänge und die Bauchspeicheldrüse werden dabei mit Kontrastmittel gefüllt. Der Stein wurde "gesprengt" und in den Zwölffingerdarm gespült. Zur Erinnerung bekam ich dieses Foto. Hier sitzt der Gallenstein noch im unteren Gallengang. Das Foto beim ERCP gemacht:



Schon am nächsten Tag konnte ich nach Hause. Meine Werte lagen noch in utopischen Höhen. Der Gama-GT lag bei über 1000, genau bei 1004. Schnell besserte sich mein Zustand. Die Übelkeit war weg. Ich war nicht mehr so müde und mir ging es richtig gut. Ursofalk nehme ich nun 3 Stück am Abend sicherheitshalber weiter, damit keine neuen Steine entstehen, denn diese Schmerzen gönne ich meinem ärgsten Feind nicht.

Schon am 29.03.2006 feierte ich meinen 4. Geburtstag. Ich habe bis heute mit der Veröffentlichung des Berichtes gewartet, denn ich wollte sicher sein, dass meine Werte nun in Ordnung sind. Und sie sind es !!! Der Gamma-GT war in den letzte 3 Jahren immer zu hoch. Bei der letzten Messung lagen alle 3 Leberwerte erstmals wieder in der Norm. Anne und ich sind darüber sehr sehr froh. Sogar mein Creatininwert war bei der letzten Messung bei 1,76. Auch mein Nephrologe lächelte mit mir um die Wette. Ich bin wie ausgewechselt und werde nun mein neues Leben wieder richtig geniessen können. Hier an dieser Stelle noch einmal die Statstik meines FEV1 Wertes des Monats Juni 2006.



Am Ende des Berichtes möchte ich mich beim zuständigen Oberarzt des Bethesda Krankenhauses in Wuppertal, Herrn Dr. Pfeiffer bedanken. Er hat mir zugehört und an meine "Selbstdiagnose Gallensteine" geglaubt. Er leitete die wichtigen Untersuchungen ein, und entfernte den Gallenstein, der solange unentdeckt blieb. Nun geht es mir endlich gut und ich habe zur Zeit überhaupt keine Probleme.

Ein Dank auch noch an Dirk aus dem Allgäu, der eigentlich ein Meppener ist ;o) . Er hat mich auf Ursofalk gebracht, das dann auch direkt von meinen Ärzten befürwortet wurde. Seit der Entfernung des Steines und der Dauereinnahme von Ursofalk sind meine Werte super.

Für alle, die immer noch an der eigenen DLTX zweifeln, sei wieder gesagt: "Es war die beste Entscheidung meines Lebens, und ich würde es immer wieder tun!"

Euer Udo Grün