
20 Monate nach der DoppellungentransplantationNiereninsuffizienz der "hohe Preis" einer Transplantation
Liebe Mukoland-Besucher ! ![]() ![]() |
|
Wenn man es dann doch wieder in den Schlaf geschafft hat, hat die Niere schon wieder so gearbeitet,
daß die Blase das Signal zum Wachwerden gibt. Es ist auf deutsch gesagt ein schei... Spiel!
Morgens sind wir total unausgeschlafen und fühlen uns kaputt und zerschlagen. Für Anne
doppelt schlimm, weil sie ja arbeiten gehen muß. |
|
Sonntags setzte ich sofort wieder Cynt 0,2 ein und halbierte dann die Torem 10 wie zuerst angedacht.
Montags brachte mich Anne sofort zum Arzt und es wurde ein EKG gemacht, welches aber keine
Anzeichen für ein Herzproblem zeigte. Außerdem wurde eine komplette Blutkontrolle gemacht.
Im Laufe des Tages stabilisierte sich mein Puls etwas, es war mir aber weiterhin hundeelend.
Dienstags kamen die Blutergebnisse und ich bekam den nächsten Schock. Die Nierenwerte hatten
sich sehr stark verschlechtert. Der Creatininwert war auf 3,72 angestiegen. Die Harnsäure hatte
einen Wert von 11,2 und der Harnstoff erreichte 118. Das war für mich ein neuer
"Negativ"rekord. Hannover forderte mich sofort auf, einen Nephrologen aufzusuchen. Es mußte
schnellstmöglich die Ursache gefunden werden. Außerdem gaben sie mir grünes Licht,
daß der Nephrologe die Medikamente für meinen Blutdruck ändern darf, ohne
Rücksprache mit Hannover zu halten. Mein besorgter Hausarzt machte es möglich, daß
ich am nächsten Morgen notfallmäßig einen Termin bei einem sehr guten Nephrologen
mit eigener Dialysestation in Wuppertal bekam. Dr. Dreyling war mir schon beim
Einführungsgespräch sehr sehr sympatisch und hörte vorallem trotz
überfüllter Praxis sehr genau zu. Ich hatte ihm zusätzlich den Bericht der
Nephroambulanz in der Uni-Düsseldorf und die neusten Blutergebnisse mitgebracht. Er untersuchte mich
sehr eingehend von Kopf bis Fuß und machte auch ein Ultraschall der Nieren. Er hat in seiner
Praxis schon Erfahrung mit einem Herztransplantierten gemacht, der durch einen
Sandimmunschaden Dialysepflichtig wurde. Dr.Dreyling kam zu dem
Ergebnis, daß mir das Medikament Torem 10 innerhalb kürzester Zeit Unmengen von
Flüssigkeit aus dem Körper gezogen hat. Dadurch kam der komplette Kreislauf
durcheinander. Der Blutdruck fiel komplett ab, der Elektrolythaushalt geriet außer Kontrolle,
die Nieren liefen regelrecht trocken und somit kam es zu dem radikalen Anstieg der Nierenwerte.
Er war auch der Meinung, daß ich diesen Wirkstoff überhaupt nicht vertragen habe. ![]() Wie schon erwähnt, ist ein korrekt eingestellter Blutdruck das Wichtigste bei einer Niereninsuffizienz. Ich bin froh, daß ich bei diesem absoluten Fachmann Dr. Dreyling "gelandet" bin. Ich kann ihn 24 Stunden rund um die Uhr erreichen, falls etwas Unvorhergesehenes passiert.
Fazit: Ich habe mir mal den Spaß gemacht und errechnet, wieviel Tabletten ich in den 20 Monaten nach meiner DLTX ca. eingenommen habe. Bei einer durchschnittlichen täglichen Gabe von 30 Tabletten ergibt die Gesamtzahl der eingenommenen Medikamente die gewaltige Summe von 18.250 Tabletten/Kapseln. Ja liebe Leser, das muß eine Niere erst einmal verkraften. Ich werde also nun weiterhin bei Herrn Dr. Dreyling betreut und Medikamentös eingestellt. Es gab in den letzten 6 Monaten aber auch schönere Ereignisse. So waren Anne und ich im Juli für eine Woche in Winterberg wandern. Mit Rucksack und guten Wanderschuhen von Jack Wolfskin ging es so manchen steilen Berg 'rauf und 'runter. Hier bekam ich in den feuchten Wäldern am frühen Morgen doch etwas Probleme. Durch meine DLTX habe ich natürlich meine Aspergillusallergie nicht verloren. Und so "schraubte" es mir doch einige Male "den Hals" zu. Denoch legten wir viele Kilometer in der reinen Luft des deutschen Mittelgebirges zurück. ![]() ![]() Oben seht Ihr Anne und mich auf dem Rothaarsteig. Es hat uns beiden sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es stellenweise sehr anstrengend war. Die Höhenunterschiede sollte man nicht unterschätzen. Hier noch schnell eine Landschaftsaufnahme. ![]() In der Woche nach der Rückkehr kam es zu einem kurzzeitigen enormen Anstieg meines FEV1 Wertes. Der sonst übliche Durchschnittswert ging von 4,7 l auf 5,33 Liter hoch. Leider fiel der Wert in den kommenden Tagen auf meinen normalen Standard ab. ![]() Im Oktober legten wir noch einen 8-tägigen Wanderurlaub auf Teneriffa ein. Wir waren im Süden von Teneriffa, dort im kleinen Fischerort Las Galettas. Von hier aus unternahmen wir wieder sehr viel. Natürlich auch hier immer mit Rucksack. Als wir wieder einmal auf einen kleineren Vulkan stiegen, war es schon in den Morgenstunden 30 Grad im Schatten und so wurde der Aufstieg zu einem Erfolgserlebnis, denn ich dachte schon im ersten Teil des Anstieges an "Aufgabe". Aber der "innere Schweinehund" hat wieder gesiegt, und Anne und ich waren oben glücklich und genossen die wunderbare Aussicht. ![]() ![]() An diesem Morgen hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf den "Pico del Teide" den mit knapp 4000 Meter höchsten Vulkan auf Teneriffa. ![]() Hier noch 2 Aufnahmen, die die Schönheit der Insel wiederspiegeln. Wir waren schon mehrfach auf Teneriffa, aber diesmal gab es keine aufdringlichen Wohnungsverkäufer oder dergleichen. Die Polizei achtet nun sehr darauf, daß die Urlauber einen schönen, ungestörten Urlaub verbringen können. ![]() ![]() Leider endete der Urlaub nicht so sehr schön. Bei einem Spaziergang an einem sehr heißen Tag in Las Americas erlagen wir der Versuchung eines großen Burger's bei der gleichnamigen Kette Burger King. Wir betraten das Lokal in einem geschwitzen Zustand, und die Klimaanlage zog uns fast "die Schuhe aus"! Draußen bestimmt weit über 40 Grad in der Sonne und im Lokal vielleich 18 Grad. Am letzten Urlaubstag hatte ich schon Fieber. In der Nacht stieg das Fieber an. Der FEV1 Wert blieb aber stabil. Auf dem Rückflug hatte ich auch Fieber und zu Hause legte ich mich erst mal für 3-4 Tage ins Bett. Zum Glück hatte ich für eine solche Situation Medikamente mit auf die Reise genommen. Wie schnell dann der Fev1 Wert zu Hause doch absackte aber auch schnell wieder anstieg, zeigt die letzte Grafik. ![]()
So, liebe Leser, das war wieder einmal ein langer Zwischenbericht über meine
derzeitige Situation und über die "medizinischen Erlebnisse" der letzten Monate.
Ich bedanke mich für Eure Geduld, weil der Bericht doch etwas länger geworden ist,
und verbleibe bis zum nächsten Bericht mit den besten Wünschen |