Erstellungsdatum: 20/08/2002 letzte Änderung: --/--/2002



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1. Aktivurlaub 4 Monate nach meiner DLTX

......oder: "Sport ist Mord" ;o) ?

Der 1. Tag

Nach all den Anstrengungen rund um meine Lungentransplantation war es Ende Juli soweit. Anne und ich starteten in den 1. wohlverdienten Urlaub "neuer" Zeitrechnung. Da man im 1. Jahr nicht fliegen sollte, entschlossen wir uns zu einem Aktivurlaub an der Nordsee. Der Urlaubsort Ditzum war so gewählt, daß Hannover im Notfall mühelos zu erreichen war. Unser Auto war nicht nur mit den normalen Koffern bepackt, sondern auch mit unseren Sportgeräten. Fahrräder, Kickboard und Inliner fanden auf der Rückbank Platz. Ditzum ist ein altes Fischerdörfchen am Dollart. Es liegt genau an der Emsmündung gegenüber von Emden.


Die alte Kirche im Dorfmittelpunkt mit ihrem Kirchturm, der wie ein Leuchtturm aussieht, ist mit der alten Mühle zusammen schon bei der Anfahrt von weitem sichtbar. Die Häuser im südlichen Ostfriesland sind alle aus roten Ziegeln gemauert und passen sich wunderbar in die Landschaft ein.


Ditzum lebt zum größten Teil vom Fremdenverkehr und immer noch vom Fischfang. Es hat einen Sielhafen, in dem die kleine Fischfangflotte am Wochenende vor Anker geht. Aus dem Hafen heraus verkehrt auch eine kleine Fähre nach Emden hinüber. Es passen aber nur 3 Autos auf diese Fähre. Viele Radwanderer nutzen diese preiswerte Art der Fortbewegung.


Nach gut 3 Stunden Fahrt erreichten wir gegen 11.00 Uhr morgens unser Quartier. Die Koffer waren schnell ausgepackt und wir erkundeten zuerst die nähere Umgebung und somit natürlich unseren Ferienort Ditzum. Da wir genau Buch über alle zurückgelegten Strecken führen wollten, war unser portabeles GPS Navigationssystem unser ständiger Begleiter. Dieses handliche Gerät zeichnet alle Strecken auf 100 Meter genau und satellitengestützt auf. Man sieht einfach alles. Strecke, Entfernung, Richtung, Geschwindigkeit, Zeit und und und .......

Am Fahrrad und am Kickboard habe ich hierfür eine spezielle Halterung angebracht.

Da es am 1. Tag sehr sehr heiß war, entschlossen wir uns am Nachmittag die kühlen Gassen einer größeren Stadt vorzuziehen. Es ging mit dem Auto kurzerhand nach Leer. Wir schauten uns diese interessante alte Stadt genau an.


Leer ist eine alte Hafenstadt und hat auch für die Kunst etwas übrig. Im Yachthafen fanden wir folgendes Kunstwerk im Hafenbecken vor...


Es war an diesem Tag wirklich weit über 30 Grad im Schatten warm. Trotzdem legten wir in Ditzum und in Leer genau 8 km zu Fuß zurück. Viele kleine gemütliche "Kneipen" laden in Leer zu einer Rast ein. Anne und ich freuten uns auch sehr auf ein kühles Glas Apfelschorle bzw. Mineralwasser. Das hat Anne auch direkt im Bild festgehalten.


Der 2. Tag

Auch am 2. Tag war es mörderisch heiß. Trotzdem packten wir unseren Rucksack auf´s Fahrrad und erkundeten die Umgebung um Ditzum herum. Das Fahrradnetz ist total super ausgebaut und vorallem sehr gut ausgeschildert. Meist geht es am Deich entlang. Schafe waren hier ständig an unserer Seite.


Man merkt gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, und wie weit man sich schon vom Startpunkt entfernt hat. In der frühen Nachmittagszeit war ich dann von der guten Nordseeluft und der Anstrengung so geschafft, daß ich nach unserem Picknick auf der Decke sofort unter freiem Himmel fest einschlief. Anne bekam mich mit Müh´ und Not nach 2 Stunden wieder wach ;o) ! Wir hatten noch ca. 4 km vor uns. Zu Hause angekommen, erfrischte uns eine kalte Dusche, denn der Gasboiler streikte. Es tat trotzdem sehr gut. Im Urlaub gehen wir immer abends essen. Es erwartete uns eine Ditzumer Fischplatte für 2 Personen und ein kühles alkoholfreies Bier. Bohhhhhhhhhh, das tat gut ...... , denn wir hatten an diesem Tag 22 km mit unseren Klapprädern zurückgelegt !

Der 3. Tag

Am 3. Tag wollten wir eine Seereise machen, und somit wurde daraus ein Inselwandertag. Borkum war unser Ziel. In den frühen Morgenstunden wurden wir am Ditzumer Außenanleger von einem superschnellen Flugboot "Nordlicht" abgeholt. Die Fahrt- bzw. Flugzeit lag bei 1,5 Stunden. 402 Passagiere passen auf dieses moderne Flugboot. Es erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 72 Stundenkilometer !


Auch Borkum empfing uns mit einer Superhitze. Deshalb gingen wir zuerst zum Strand. Schuhe aus und immer an der Wasserkante entlang in Richtung Seehundbänke. Das ist zwar supererfrischend, man hat sich aber auch sehr schnell die Füße verbrannt. Hier seht Ihr Anne mit unserem Rucksack. Leider muß man bei solchen Tagesausflügen auch immer sehr viel mitschleppen. Alleine die Meßgeräte (Blutdruck, FEV1 und PO2) brauchen viel Platz. Außerdem hatten wir immer eine kleine Kühltasche im Rucksack. Dort passen 6 Dosen á 0,33 Liter hinein. Zum Glück wird durch den Verzehr der Rucksack im Laufe des Tages immer leichter. Anne den Rucksack abzunehmen erwies sich als äußerst schwierig ........


Nach einigen Kilometern am weißen Strand machten wir auch hier eine ausreichende Mittagspause direkt am Wasser. Die Möven meinten immer ihren Teil mithaben zu wollen. Im Urlaub merkt man erst, wieviel Hunger man an der frischen Seeluft bekommt.

Natürlich haben wir uns auch die Seehunde mit dem Teleobjektiv nach Hause geholt. Der Strand ist ca. 100 Meter vor den Seehunden für die menschlichen "Strandläufer" abgesperrt. Die Tiere scheinen sich hier auf Borkum sichtlich wohl zu fühlen.


Nun ging es in der Gluthitze wieder zurück nach Borkum "Stadt". Der Strand war wirklich supervoll. Man konnte meinen, daß ganz Deutschland hier an diesem Tag Urlaub macht.


Es ging an "millionen" von Fahrrädern und an der Mukoklinik vorbei in Richtung "Innenstadt".

Nun hatten wir noch genügend Zeit, unseren Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen. Hierzu suchten wir uns zu allererst einen "kühlen" Platz im Schatten.


Nach dieser erfrischenden Pause ging es weiter. Schließlich wollten wir uns ja auch noch die alten Straßen, Gassen und Häuser ansehen. Abseits der Touristenstraßen kann man viel entdecken. Unter anderem auch den alten Inselleuchtturm. Ohne Annes Hilfe wäre er an diesem Tag bestimmt vor lauter Hitze umgefallen.


Nach einem sehr schönen, aber auch sehr anstrengenden Tag ging es wieder mit voller Fahrt zurück nach Ditzum. Wir hielten uns kurzzeitig am Heck des Flugbootes im Freien auf, und waren von der Kraft des Antriebstrahls (5000 PS) sehr beeindruckt. Insgesamt legten wir an diesem Tag auf Borkum 6,0 km zurück. Abends gingen wir dann wieder sehr schön und gemütlich Essen.


Der 4. Tag

Am 4. Tag wollten wir Emden und Greetsiel erkunden. Es ging also zuerst nach Emden. Emden ist ebenfalls eine Hafenstadt. Mitten in der Stadt ist das ausrangierte Feuerschiff "Deutsche Bucht" vor Anker gegangen.


Wir schlenderten zuerst durch die Gassen. Natürlich haben wir uns auch das Otto Huus angesehen. Von Emden waren wir allerdings nicht so sehr begeistert. So entschlossen wir uns nach ca. 2,5 Stunden Richtung Greetsiel weiterzufahren. Auf dem nächsten Foto seht Ihr noch die Rückseite des Landesmuseums.


Greetsiel kannten wir schon von einem zuvor gemachten Urlaub. Es ist ein wunderschönes Fischerdorf. Gepflege kleine Straßen und Gassen laden zu Spaziergängen ein. Allerdings wissen dies auch viele andere Urlauber, und man ist nicht "allein", um dieses schöne Dorf zu genießen. Hier ein Blick über den kleinen Hafen hinweg.....


Die Zwillingsmühlen sind das Wahrzeichen von Greetsiel. Sie muß man einfach gesehen haben. Man kann sie auch besichtigen. Auf dem Weg dorthin zog sich urplötzlich der Himmel zu. Es reichte noch für ein Foto, und dann mußten wir schnell in einen afrikanischen Laden flüchten, denn es regnete wie aus Kübeln. Es dauerte eine gute halbe Stunde bis es aufklarte. Das war übrigens unsere einzige Regenschauer, die wir am Tage abbekamen.


Auch an diesem Tage waren wir gut zu Fuß unterwegs. Insgesamt erwanderten wir wieder 6,0 Kilometer und freuten uns nach der Rückfahrt auf unser wohlverdientes Abendessen. Ditzum hat übrigens 3 Speiselokale und eine Imbissgaststätte. Das Essen ist gut, aber wie überall entlang der Küste kennt man hier die Preise sehr wohl. Wer als Fleischesser hierher kommt hat es schwer, denn meistens stehen Fischgerichte auf den Speisekarten.

Der 5. Tag

Nach West-Rhauderfeen ging es heute. An diesem Tag sollte ich etwas mehr gefordert werden. Radfahren, Wandern und Kickboardfahren hatten wir uns vorgenommen. Die Gegend um Rhauderfeen ist für Fahrradfahrer einfach traumhaft. Auch hier hatten wir natürlich unseren obligatorischen Picknickrucksack mit. Es ging mit den Fahrrädern immer entlang der kleinen Kanäle. Alle "paar" Meter gibt es hier die schönen alten Feenbrücken. Hier seht Ihr eine Neue direkt neben der alten Thomasbrücke.


Gut, daß unsere neue Digital-Kamera eine 1 GB Festplatte eingebaut hat und natürlich auch einen Selbstauslöser besitzt. So konnten wir diese vielen schönen Augenblicke in meinem neuen 1. Lebensjahr festhalten. Wir konnten hier im Landschaftsschutzgebiet sogar einen Seeadler beobachten. Wenn man gerade unterwegs ist und die Zeit des Messens gekommen ist, wird einfach angehalten und die statistischen Aufgaben werden erfüllt. Hier sehr Ihr mich gerade bei einer schwungvollen FEV1 Messung.


Nach 14,2 km Fahrradstrecke ging es mit dem Auto nach Papenburg. Dort werden die Traumschiffe gebaut. Und das diese Stadt einen Supersteuerzahler hat, konnte man sehr schnell erkennen. Einfach schön anzusehen sind die blumengeschmückten Straßen und Kanäle. Auch hier machten wir uns nun zu Fuß auf den Weg und erkundeten die Stadt Papenburg und salbten natürlich auch unsere Genußzellen....

Papenburg gefiehl uns im nachhinein beurteilt als schönste Stadt in diesem Urlaub. Man konnte es richtig genießen durch die Gassen zu bummeln. Vorallem ist es hier nicht so überlaufen und überall gibt es ein Plätzchen der Ruhe zum träumen und zum genießen...

Zum Abschluß des Berichtes aus Papenburg hier noch ein Foto des wunderschönen Rathauses. Insgesamt haben wir hier 4 km hier zu Fuß zurückgelegt und es ging nun wieder mit dem Auto in Richtung Ditzum, wo noch die 3. Disziplin an diesem Tage auf uns wartete. Anne und ich wollte auch noch Kickboard fahren. Hier aber noch das versprochene Foto aus Papenburg.


Nach unserer Ankunft in Ditzum haben wir uns umgezogen und sind mit Inlinern und mit dem Kickboard noch 5,6 km vor dem Abendessen gefahren. Nun war unser Hunger perfekt. Schnell noch frisch gemacht und der gemütliche Teil konnte beginnen....

Der 6. Tag

Am 6. Tag sollte das Auto wieder stehen bleiben. Nach einem gemütlichen Frühstück wurde wieder der Picknickrucksack geschnürt und die Fahrräder fertig gemacht. Es sollte nach Jemgum gehen. Immer am Deich entlang. Unterwegs trafen wir noch nicht soviele Radwanderer, denn es war noch relativ früh am Morgen. Aber die Pferde waren schon wach....

Es ging vorbei an kleinen alten Dörfern. Bei einer alten Kirche mußten wir anhalten und uns den abgesackten Glockenturm näher anschauen. Er stand so schief, daß er ein Stahlgerüst brauchte, um nicht umzufallen. Die Wege des alten Friedhofes sind alle mit Muscheln aufgefüllt. Ich habe selten einen so schönen alten, gepflegten Friedhof gesehen.

In Jemgum angekommen machten wir zuerst eine Kafferast in der Hafengaststätte mit schönem Blick auf die Ems. Die Fahne zeigt es weithin sichtbar. Wir fahren auf der Dollartroute mit unseren Fahrrädern.

Das Dorf Jemgum haben wir uns auch noch etwas näher angesehen. Es gibt dort eine sehr alte Mühle, die man auch besichtigen kann. Aber Anne waren die Treppen zu steil und ihre Höhenangst siegte. Wir machten uns dann nach einem Picknick auf dem Deich wieder auf den Weg nach Ditzum und legten insgesamt 25,6 km mit den Rädern zurück.

Der 7. Tag

An diesem 7. Tag sollte uns der Weg nochmal nach Leer führen. Wir hatten uns zuerst einen Spaziergang vorgenommen. Anschließend wollten wir mit dem Grachtenboot "Koralle" eine Hafenrundfahrt machen. Hier zuerst noch 2 Aufnahmen aus dem Museumshafen in Leer.

Auf unserer weiteren Wanderung kam Annemarie noch an einem alten Plattbodenschiff vorbei, was zu ihrer Freude fast ihren Namen hatten. Das musste natürlich im Bild festgehalten werden. Und wie Ihr seht, ließ es sich Anne auch an diesem Tag nicht nehmen, unseren Rucksack zu tragen. 5,5 km schafften wir bei dieser großen Runde in Leer, bevor wir in das Schiff einstiegen.


Die Hafenrundfahrt konnte beginnen. Mit dem Grachtenboot ging es zuerst durch den Yachthafen. Direkt im Anschluß ging es unter der Hebebrücke hindurch in den Museumshafen. Für das Grachtenboot brauchte die Hebebrücke allerdings nicht hochgefahren werden, es paßte so hindurch.


Weiter ging die Fahrt durch den Industriehafen und auch an Werften vorbei. Der Kapitän gab während der Fahrt alle möglichen Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten an die Fahrgäste weiter. Wir saßen zum Glück im Freien, denn auch an diesem Tag war es sehr heiß.

Schnell verging die Zeit an Bord des Grachtenbootes. Nach gut einer Stunde legten wir wieder im Yachthafen unterhalb der Hebebrücke an. Diese Rundfahrt hatte sich gelohnt, denn man erfuhr wirklich viel über den Hafen und die Industrie, die sich damit verbindet. Nach dem Abendessen in Ditzum haben wir uns nochmal sportlich umgezogen und sind mit den Inliner und dem Kickboard am Deich entlang gefahren. Mit diesen 5,8 km wurde das Abendessen schon mal wieder "entschärft" und die bösen Kalorien konnten gar nicht erst ansetzen.


Der 8. Tag

Diesmal ging es wieder auf hohe See. Helgoland hieß heute das Ziel. Fahrtzeit 3,5 Stunden mit dem Superboot Polarstern. An diesem Morgen war es kühl und es nieselte bei der Überfahrt. Wir hatte schon Angst, weil wir nur unsere Pullis aber keinen Schirm eingepackt hatten. Wir waren die ersten an Bord. Die Überfahrt kostete für uns beide satte 100 Euro. Es hat sich dennoch gelohnt.

Wir brauchten auf Helgoland nicht ausgebootet zu werden. Unser Schnellboot konnte im Hafen anlegen, und zu unserer Freude hatte es aufgehört zu regnen. Zuerst ging es vorbei an den unzähligen "Abzockbuden" hin zum Aufzug in die Oberstadt, denn wir wollten uns zuerst die schöne Natur der Insel ansehen.

Hier war nun das ursprüngliche Helgoland zu sehen. Die Vogelfelsen und die lange Anna. Es waren auch noch nicht so viele Naturfreunde unterwegs, so konnten wir uns in Ruhe alles ansehen und unsere Aufnahmen machen.

Es gelangen uns auch einige Fotos am Vogelfelsen mit dem Teleobjektiv, obwohl das Licht nicht sehr gut war. Man konnte auf dem Oberland von Helgoland auch noch genau die Bombenkrater aus dem 2. Weltkrieg erkennen. Helgoland war damals ein heiß umkämpftes Ziel. Entlang des Wanderweges gaben viele Schautafeln Erklärungen zu diesem geschichtlichen Thema ab.

Für den Rundweg brauchten wir ca. 1,5 Stunden. Nun stürzten auch wir uns in den zollfreien Trubel der Insel. Anne bekam Ihr Lieblingsparfüm und natürlich auch etwas für ihre "Sucht". Wir stärkten uns noch mit einem heißen Kaffe und einem Stück Torte. Dann gingen wir wieder in den Hafen und schauten uns noch die Ausbootaktionen an. Auf Helgoland waren wir 8,2 Kilometer zu Fuß unterwegs, bevor es wieder auf die Heimreise ging. Wir hatten einen tollen Tag auf Helgoland. Bei der Rückfahrt regnete es wieder in Strömen. Allerdings hörte es kurz vor dem Anlegen in Ditzum wieder auf. So konnten wir trockenen Fußes noch zum verdienten Abendessen gehen.

Der 9. Tag

Am 8.Tag standen wieder alle drei Arten von Körperertüchtigung auf unserem Plan. Es lag kein guter Stern über diesem Tag. Zuerst sind wir nach Aurich gefahren, um uns auch diese Stadt anzusehen. Anne brauchte an diesem Morgen ein Pflaster für eine Blase auf ihrem Zeh.

Wir hatten wirklich bei unserem 1. Urlaub einen Vertrag mit dem Schönwettergott abgeschlossen. Auch Aurich ist eine sehenswerte kleine Stadt. Hier seht Ihr uns vor den ehemaligen Stallungen des Auricher Schlosses.


Kunst am Bau konnten wir in Aurich auch bewundern...! Insgesamt legten wir auch in Aurich eine Strecke von 6.0 km zurück.


Wir sind dann auf der Rückfahrt nach Ditzum noch an einem schönen Kanal angehalten, um unsere Fahrräder auszupacken. Wir nutzten das schöne Wetter in der Mittagszeit für eine Strecke von 13,5 km. Unter einem schattigen Baum machten wir natürlich auch wieder unser obligatorisches Picknick. Dann ging es aber weiter nach Ditzum. Die Fahrräder blieben im Auto, und das Kickboard kam nochmal zum Einsatz. Diesmal war die Strecke 8,4 km lang und es passierte ein böser Unfall. Auf dem Radweg gab es eine defekte Stelle. Wahrscheinlich hatte sich durch einen Frostschaden eine Bodenwelle aufgetan. Leider setzte mein Kickboard mittig mit dem Brett auf und beendete schlagartig seine schnelle Fahrt. Ich schoß waagerecht durch die Luft an Annemarie vorbei. und schlug sehr hart auf dem Radweg auf. Meine Lippe war über 3,5 cm bis zum rechten Nasenloch hin aufgerissen und die beiden oberen Schneidezähne waren teilweise abgebrochen. Auf der Nase war die Haut abgeschürft und ich blutete stark aus Mund und Nase. Anne dachte zuerst an meine frisch transplantierte Lunge und war sehr geschockt und erschrocken. Wir ließen die Wunde erst mal gut ausbluten und drückten dann die Wunde ab. Nun machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Ditzum. Ich mußte noch gut 2 km mit dem Kickboard weiterfahren. An diesem Abend war das Abendessen gestrichen, aber meiner Lunge war Gottseidank nichts passiert !


Der 10. Tag

Den ganzen Abend und die halbe Nacht hindurch kühlte ich die Wunde mit einem Kühlakku. Dennoch war meine Oberlippe am nächsten Morgen um das dreifache angeschwollen. Diese Aufnahme wollten wir Euch allerdings doch ersparen. Aber wir machten uns auch an diesem Tage auf zu neuen Taten. Häuptling "Dicke Lippe" und seine Squaw Anne fuhren nach Wilhelmshaven. Es hatte sich Gottseidank eine Kruste auf der Wunde gebildet, und somit sah es nicht ganz so blutig aus. Wir erkundeten die ganze Stadt und gingen auch an den Süd-Strand.


Hier seht Ihr uns vor einem russischen Schiff. Die Lippe schmerzte, wurde aber im Laufe des Tages langsam aber sicher etwas dünner. Bei dem Unfall erlitt auch mein Handy einen schweren Schaden. Das Display war zerstört. In der Wilhelmshavener Fußgängerzone versuchte ich ein Ersatzteil zu bekommen, was mir aber nicht glückte.


Weiter ging es nach Jever. Ich mußte meine Lippe mit einem frischen Jever-Fun kühlen ;o). Auch in Jever ist ein Besuch lohnenswert. Jever ist ja bekannt durch die große Jever-Brauerei. Es gibt aber auch eine ganz alte Brauerei in der Altstadt.

Aber warum waren wir nach Jever gefahren ? Richtig, um die Lippe zu kühlen. Also machten wir Rast in der Brauereigaststätte, wo es doch tatsächlich alkohlfreies Jever-Fun vom Faß gibt. Es schmeckte trotz großer Schmerzen.


Auch an diesem Tag wurden 10 km zu Fuß zurückgelegt. Abends traute ich mich auch wieder in ein Lokal zum Abendessen. Geschnetzeltes konnte ich so gerade noch beißen, denn der linke Zahn war noch etwas lose vom Unfall. Die Lippe war ja auch im Laufe des Tages immer dünner geworden.

Der 11. Tag

An diesem Tag strampelte ich mir nochmal meinen Frust von der Seele. Es ging nach Jemgum zum Kaffetrinken in das Gartenlokal. Das Wetter war gut und die Laune auch. Bei unserer Rast konnten wir viele Schiffe auf der Ems sehen. Zügig machten wir uns auf die Rückfahrt. So konnten wir auch an diesem Vormittag 23,5 km in unserem Tagebuch verzeichnen.


Nachmittag´s ging es nach Dornumersiel an die Nordsee. Es erwartete uns zuerst eine ganz dicke Eistüte. Ja, die hatten wir uns bestimmt verdient. Wie ihr seht, hab ich es dort endlich mal geschafft Anne den Rucksack abzunehmen.


Wir machten noch eine Wanderung am Strand und legten uns dann auf eine Wiese, um die Seeluft zu genießen. Nach gut einer Stunde Mittagsschlaf schauten wir uns noch Dornumersiel an. Hierbei legten wir insgesamt 4 km zurück. Danach fuhren wir wieder nach Ditzum zurück.

Der 12. Tag

Das war der letzte Tag unseres 1. Aktivurlaubes "neuer" Zeitrechnung. Zuerst ging es nach Oldenburg. Das Telefon wurde repariert, und es kostete satte 92 Euro. In Oldenburg herrscht reges Treiben. Es hat eine sehr einladende Fußgängerzone die sehr großflächig angelegt ist.

Von Oldenburg aus fuhren wir noch nach Bad Zwischenahn. Dort wollten wir unseren letzten Urlaubstag ausklingen lassen. Auch hier war erst mal ein grosses Eis angesagt, denn es gab Sonnenschein pur. Zu Fuß ging es an das Zwischenahner Meer. Wir mieteten uns ein Motorboot und ich fuhr mit Anne gut eine Stunde über dieses sehr schöne Gewässer.


Bad Zwischenahn ist sehr schön gelegen und es gibt viel zu sehen. Ein Besuch lohnt sich bestimmt. An diesem Tag sind wir auch 6,1 km gewandert. Hier noch einige schöne Aufnahmen aus Bad Zwischenahn.....

Der Tag klang nach unserem letzten Abendessen in Ditzum noch mit einer 6,0 km langen Kickboardfahrt aus. Diesmal ohne Unfall ! Auf dem Deich machten wir eine letzte Pause.


Wieder im Dorf angekommen, verabschiedete sich unser Ferienort mit einem tollen und romantischen Sonnenuntergang, den wir schnell noch mit der Kamera einfangen konnten.

Der 13. Tag

Es war der Rückreisetag. Wir hatten einen tollen Urlaub und alles war bis auf den Unfall gut abgelaufen. Obwohl wir mit dem Ausgang des Unfalles noch sehr zufrieden sein konnten. Insgesamt wanderten wir 63,9 km, legten 25,6 km mit dem Kickboard zurück und fuhren 98,9 km mit dem Fahrrad. Wir fanden, daß dies 4 Monate nach der Doppellungentransplantation eine tolle Leistung war. Die Rückfahrt war ebenfalls problemlos, und gegen mittag waren wir wieder in Wuppertal. Zur ach so guten Nordseeluft sei noch folgendes angemerkt. Schon vom 1. Tag an hatte ich einen minimalen, aber messbaren FEV1 Verlust zu verzeichnen. Der hielt auch bis zum letzten Tag an. Schon am 2. Tag in Wuppertal hatte ich einen neuen FEV1 Rekord von 4,54 Litern. Das war fast ein halber Liter mehr wie an der Nordsee. Aus Erfahrung weiß ich nun, daß ich das milde Bodenseeklima einfach besser vertrage als die Nordseeluft.

Eure Annemarie und Euer Udo



PS: In der ersten Woche nach unserem Urlaub fielen die letzten Krusten von der Lippe und von meiner geschundenen Nase ab. Zwischen Nase und Oberlippe wird wohl eine ca. 0,5 cm breite Narbe bleiben. Mein Zahnarzt hat sich auch sehr gefreut und hat mir beide Schneidezähne wieder in mühevoller Kleinarbeit mit Kunststoff aufgebaut. Er hielt sich dabei genau an die Anweisungen der MHH. Er verabreichte mir 1 Stunde vor und 6 Stunden nach der Behandlung ein Antibiotika. Nun kann ich auch wieder mit offenem Mund lachen.....